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Nach dem Brand in der Hechinger Altstadt

Bilder wie nach einem Krieg

Durch den Brand in der Hechinger Altstadt wurde auch ein Gebäude des historischen Markt-Ensembles schwer beschädigt. Drei Verletzte sind noch im Krankenhaus. Die Brandursache ist weiter unklar.

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Ulrich Eisele

Hechingen. Es sind derzeit Bilder wie nach einem Krieg in der Hechinger Altstadt: Rauchende Trümmer eines Hauses versperren den Durchgang in der Schlossstraße. In der Marktgasse sieht man an einer schwer beschädigten Fassade bizarre Eis-Kaskaden. Und aus der denkmalgeschützten Hechinger Hof-Apotheke am Marktplatz quellen noch immer kleine Wölkchen.

Dort „tobte“, wie die Hohenzollerische Zeitung am Dienstag schrieb, in der Nacht zum Dienstag „der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte“. Dramatische Szenen spielten sich ab, bei denen insgesamt neun Menschen verletzt wurden. Eine 78-jährige Bewohnerin des brennenden Hauses litt im zweiten Obergeschoss eine halbe Stunde Todesangst, bevor sie über eine Drehleiter gerettet wurde. Dem Vernehmen nach wird sie noch intensivmedizinisch betreut.

Historische Fassade am Markt soll stehenbleiben

Hechingen: Feuer in der Altstadt

Und der Einsatz der Feuerwehrleute aus Hechingen, Burladingen, Rangendingen, Balingen – zeitweise auch aus Rottweil, Rottenburg, Bodelshausen, Mössingen, Reutlingen und Albstadt – geht weiter. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes rissen am Dienstag mit dem Bagger schwelende Trümmer auseinander, Löschmannschaften spritzten weiterhin Wasser. Zwar war die Brandgefahr in der angrenzenden Apotheke vorläufig gebannt, doch an Glutnester in den Zwischendecken kommen die Löscher erst heran, wenn das Hinterhaus abgerissen ist. Mindestens zwei Tage werden die Aufräumarbeiten noch dauern.

„Derzeit gehen wir davon aus, dass der vordere Teil der Hof-Apotheke stehen bleiben kann“, meint der städtische Pressesprecher Thomas Jauch optimistisch. Das Apothekengeschäft sei derzeit nicht vermietet. Für eine Arztpraxis im ersten Stockwerk sei ein Ausweichquartier gefunden worden. Neun Personen, die durch den Brand obdachlos wurden, brauchen Ersatzwohnungen. „Vorerst bringen wir sie im Hotel unter“, so Jauch.

Noch kein Ergebnis brachten bisher die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache. Von regionalen Medien wurde ein überhitzter Heizlüfter ins Spiel gebracht. „Reine Spekulation“, sagt dazu Hechingens Pressesprecher Jauch. Unwahrscheinlich auch, dass bei der Spurensuche noch etwas herauskommt, denn das zerstörte Gebäude muss schnellstmöglich abgerissen werden, um die Ausbreitung des Brandes auf umliegende Häuser zu verhindern.

Hechingen am Tag danach, das zerstörte Haus wird abgerissen (oben links). Bürgermeisterin ... Hechingen am Tag danach, das zerstörte Haus wird abgerissen (oben links). Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Feuerwehrkommandant Maik Bulach besichtigen den Brandherd (oben rechts). Ein Nachbarhaus ist infolge der Löscharbeiten völlig mit Eis überzogen.Bilder: Franke

Für die Feuerwehren der Region, Retter des DRK und des THW war es ein Einsatz der Superlative – größer noch als jener beim Brand der Ofterdinger Stielfabrik, 2010. Annähernd 300 Kräfte – 230 Feuerwehrleute, 48 DRK- und 22 THW-Helfer/innen waren im Einsatz.

Mit 40-Meter-Ausleger näher an den Brandherd

Auch ungewöhnliche Geräte wie die zwei Hubarbeitsbühnen – aus Rottweil und von der Berufsfeuerwehr Reutlingen mit einer Höhe von 40 Metern – leisteten gute Dienste. Diese Fahrzeuge haben einen Ausleger mit Gelenk, der es möglich macht, über benachbarte Gebäude hinweg von oben näher an den Brand heran zu kommen.

Um die Versorgung der Einsatzkräfte kümmerte sich das DRK mit einer Versorgungsstation, in der sich alle Helfer/innen aufwärmen und warme Getränke zu sich nehmen konnten. Im Museum richteten die DRK-ler eine Notunterkunft für 25 evakuierte Personen ein.

08.02.2012 - 07:00 Uhr | geändert: 08.02.2012 - 07:03 Uhr

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