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Das ändert sich 2013

Weniges wird günstiger, vieles teurer, manches anders

Strom, Bus- und Bahnfahren, Falschparken und Briefporto: Im neuen Jahr müssen Bürger für etliches mehr bezahlen.

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Sabine Lohr

Tübingen. Was günstiger wird, ist schnell zusammengefasst: Die Entwässerungsgebühr. Die ist „gesplittet“ in Gebühren für Schmutzwasser und für Niederschlagswasser und an die Stadt zu entrichten. Schmutzwasser ist das, was bisher als Abwasser bezeichnet wurde, Niederschlagswasser einfach Regenwasser, das in die Kanalisation fließt. Bisher zahlten Verbraucher fürs Niederschlagswasser 41 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche, fürs Schmutzwasser 1,59 Euro pro Kubikmeter. Beide Gebühren werden leicht gesenkt – um vier bis zehn Cent. Beschlossen wird der Betrag erst im Frühjahr, er gilt dann aber rückwirkend ab 1. Januar.

Artikelbild: Weniges wird günstiger, vieles teurer, manches anders Nach Tübingen rein darf man von Januar 2013 an nur noch mit grüner Umweltplakette im Autofenster. Archivbild

Diese Ersparnis reicht allerdings kaum aus, um zum Beispiel die höheren Stromkosten zu bezahlen. Vom 1. Januar an zahlen kleinere Haushalte, die weniger als 2980 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, bei den Stadtwerken Tübingen 26,09 Euro im Monat statt wie bisher 23,97 Euro. Wer mehr Strom verbraucht, zahlt 25,05 Euro statt 22,93 Euro. Beim Bluegreen-Tarif der Stadtwerke kostet der Strom künftig 30,85 Euro im Monat statt 28,73 Euro.

Teurer wird auch das Busfahren in Tübingen. Einzel- und Mehrfahrtickets kosten vom 1. Januar an zwischen fünf und zehn Cent mehr, bei den Tages- und Gruppenkarten erhöhen sich die Fahrpreise um zehn bis 50 Cent. Die Monats- und Abokarten kosten 90 Cent bis 1,70 Euro pro Monat mehr.

Auch wer mit der Deutschen Bahn verreist, muss wie alle Jahre wieder tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt werden 2,8 Prozent mehr verlangt. Teurer wird auch das Bahnfahren im Naldo-Gebiet: So wird der Einzel-Fahrschein für eine Naldo-Wabe 2,30 Euro statt 2,20 Euro kosten, das Kinder-Ticket steigt um 20 Cent auf 1,60 Euro. Alle Monatskarten, Schülermonatskarten und auch das Semesterticket für Studentinnen und Studenten werden bis zu fünf Euro teurer (siehe unten).

Wer der Preise wegen aufs Auto umsteigt oder beim Auto bleibt, sollte sein Fahrzeug tunlichst dort abstellen, wo es erlaubt ist und dafür auch bezahlen. Wird der Halter nämlich beim Falschparken erwischt, muss er von April an fünf Euro mehr als bisher Verwarnungsgeld bezahlen. Bei Kurzparkern macht das glatt die doppelte Gebühr aus. Diese Erhöhung hat nicht etwa die Stadt Tübingen beschlossen, sondern das Bundesverkehrsministerium – sie gilt in der ganzen Bundesrepublik.

Der Feinstaubreduzierung dienen die Umweltzonen in Tübingen. In denen darf vom 1. Januar an nur noch Auto gefahren werden, wenn das Fahrzeug eine grüne Umweltplakette hat – sonst muss es draußen bleiben. Weil von da an auch nicht mehr der Fahrzeughalter, sondern der Fahrer bei einem Verstoß bestraft wird, wird in der Umweltzone künftig auch kontrolliert. Das zumindest hat OB Boris Palmer angekündigt.

Die neuen Müllbehälter sind längst im ganzen Kreisgebiet ausgeteilt. Von Januar an werden sie auch geleert. Wer dann noch eine alte Tonne an den Straßenrand stellt, wird sie gefüllt wieder zurücktragen müssen.

Gewerbe- und Grundsteuern bleiben gleich, doch die Vergnügungssteuer steigt. Bisher bekam die Stadt Tübingen 15 Prozent dessen, was die Zocker in die Spielautomaten warfen, künftig verlangt sie 20 Prozent davon.

Und ein Monopol fällt: Von Januar an dürfen auch Heizungsbauer die Kamine fegen. Die Bezirksschornsteinfeger müssen nur noch etwa alle dreieinhalb Jahre überprüfen, ob die Feuerstätten richtig und sauber arbeiten.

Die Post bietet nun auch Drei-Cent-Marken an. Die sind notwendig, weil das Briefporto um diesen Betrag steigt. Statt wie bisher 55 Cent kostet der Standardbrief nun 58 Cent. Für den so genannten Maxibrief, der bis zu einem Kilo wiegen darf, verlangt die Post künftig 2,40 Euro statt 2,20 Euro.

Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) verlangt von Januar an pro Wohnung 17,98 Euro – unabhängig davon, ob in der Wohnung ferngesehen wird oder nicht. Bisher war die Gebühr von den Geräten und den im Haushalt lebenden nicht-verheirateten Erwachsenen abhängig. Nun wird statt einer Gebühr ein Beitrag erhoben.

Die Verdienstgrenze für Minijobs wird erhöht: Statt wie bisher 400 Euro im Monat dürfen Minijobber nun 450 Euro verdienen. Für den Arbeitnehmer sind diese Jobs sozialversicherungsfrei. Wer nach dem 1. Januar einen Minijob annimmt, muss dann allerdings in die Rentenkasse einzahlen.

29.12.2012 - 08:30 Uhr

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