Vierbeiner auf dem Skateboard - Video vom Hundefotoshooting
Filmreife Tricks führten sechs Hunde am Dienstag bei einem Fototermin auf dem Areal der Tübinger Hundeschule in Hirschau vor. Die Fotos gehen als Bewerbungsmaterial an eine Agentur.
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Hannes Weik
Alle wollen ins Fernsehen: Die Berner Sennenhündin Mascha macht der Fotografin schöne Augen. Bild: Sommer
W as ich noch lernen muss, ist, nicht so nervös zu sein“, sagt Claudia Grüner, „die Stimmung springt auf Rusty über.“ Rusty ist ihr Hund. Gerade hat sie mit ihm auf dem Gelände der Tübinger Hundeschule in Hirschau einige Übungen absolviert. Daniela Reske hat alles mit ihrer Kamera festgehalten. „Die Fotos müssen zeigen, was der Hund kann oder nicht kann“, erklärt die professionelle Fotografin. Später werden die Fotos auf CD gebrannt und als Bewerbungsmaterial an eine Filmtier-Agentur geschickt. Wenn sie dort für Begeisterung sorgen, darf Rusty demnächst vielleicht in einem Werbespot auftreten.
„Es wäre schon toll, wenn mein Hund im Fernsehen zu sehen ist“, sagt Grüner. Aber eigentlich will sie nur die CD mit den Fotos. Trainerin Birgitta Edelmann von der Tübinger Hundeschule nennt diese Bescheidenheit den „olympischen Gedanken“. Sie beobachtet die Hunde, wie sie vor der Kamera ihre Übungen machen. Die Trainerin hat ihnen die Kunststücke vorher in einem speziellen Filmhundekurs beigebracht. Es sind einige grundlegende Tricks, die bei Dreharbeiten immer wieder gefragt sind.
„Als Trainer merkt man sofort, dass viele Leute daheim im Stillen mit ihren Hunden üben“, sagt Edelmann. Fürs Training sei allerdings ein belebter Ort wesentlich besser: „Wenn der Hund die Übung im Tübinger Hauptbahnhof machen kann, dann geht es überall.“ Tierpsychologin Nicole Kammerer, die Leiterin der Tübinger Hundeschule, erklärt, warum das so ist: „Dreharbeiten finden meist an einem Ort statt, den der Hund nicht kennt und an dem viel Trubel herrscht.“ Davon dürfen sich die Tiere nicht stören lassen.
Kammerer spricht aus Erfahrung, denn ihre eigenen Hunde waren schon öfters im Fernsehen zu sehen. „Ein Filmhund muss mit Fremden arbeiten können und auf Handzeichen reagieren, die ihm sein Herrchen aus drei bis fünf Metern Entfernung gibt“, erklärt die Tierpsychologin. Daran hapert es bei Claudia Grüner und ihrem Vierbeiner Rusty noch: „Ich bin die ganze Zeit auf den Fotos zu sehen.“
Maximal zehn verschiedene Übungen kann Trainerin Edelmann von den sechs Hunden erwarten, die an dem Fotoshooting teilnehmen. „Sie müssen nur zeigen, was sie können“, sagt Kammerer. Rusty kann Pfötchen geben und ein kleines Weidenkörbchen tragen. Probleme hat er jedoch, wenn er ruhig dastehen soll. Auch das Sitzen auf einem Skateboard klappt nicht sonderlich gut. Er ist zu nervös. „Diese Übung soll die Vierbeiner auf einen beweglichen Untergrund vorbereiten“, sagt Kammerer. Das alles seien grundlegende Tricks – anspruchsvollere Kunststücke lernen die Hunde erst später in einem Aufbaukurs. Dennoch: „Es ist eine hohe Schule.“
Voraussetzung für den Kurs, den die Vierbeiner gerade absolvieren, ist ein Hundeführerschein. Natürlich müssen die Tiere auch offen und leistungsbereit sein; Schönheit ist dagegen keine Voraussetzung. „Es ist nicht wie bei ‚Germany‘s next Topmodel‘“, sagt Kammerer, „auch schräges Aussehen ist immer wieder gefragt.“ Das Werbefernsehen setzt die Trends: „Nach ‚Rex‘ kamen viele Leute mit ihren Schäferhunden zu uns“, erinnert sich Kammerer.