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Kurioser Hochschulsport: Lacrosse

Video: Mit 170 km/h über den Platz

Tübingen. Lacrosse – so nennt sich die aus Nordamerika stammende Ballsportart, die auch an der Tübinger Universität immer mehr Anhänger findet. Mittlerweile sind die Unisportler professionell im Verein unterwegs und treten in der zweiten Bundesliga an.

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Martin Trotz, Bastian Wagner

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Mit Helm und Brustpanzer bekleidet jagen 15 junge Männer über den Fußballplatz des TSG Tübingen. In der Hand halten sie einen langen Holzschläger mit einem Fangnetz an dessen Ende. Damit fangen und werfen die Spieler den kleinen weißen Gummiball. Nach einem langen Pass nach vorne, einem schnellen Querpass und einem gezielten Wurf zappelt der Ball im oberen rechten Winkel des Tores. Lacrosse – bis in die 1940er Jahre olympisch – steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. „Es ist ein faszinierender Sport“, sagt Spielerin Klara Müller: „ Man muss dynamisch und geschickt sein, trotzdem steht der Spaß am Spiel im Vordergrund.“ Die Studentin probierte Lacrosse vor zwei Jahren aus und ist seitdem vom Sport begeistert.

Sie ist eine von zwölf, die pro Frauen-Mannschaft auf dem Feld stehen. Bei den Männern wird zehn gegen zehn gespielt. Das Spielfeld misst die Größe eines Fußballfeldes, die Tore aber sind deutlich kleiner. Dennoch fallen eine Menge Tore. Knapp 20 sind es pro Spiel.
Artikelbild: Video: Mit 170 km/h über den Platz
Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit des Balles. Bis auf 170 Stundenkilometer wird der von guten Spielern beschleunigt. Auch an Körpereinsatz mangelt es nicht. Um den Ball zu erobern, dürfen die Spieler die Hände und den Schläger des Gegners mit dem eigenen Schläger attackieren. Zudem sind Bodychecks am Gegenspieler erlaubt. So ist das Spiel ständig in Bewegung. Hinter dem Tor wird weitergespielt, gewechselt wird fliegend. „Es ist auf jeden Fall ein Sport, bei dem man sich richtig auspowern kann“, weiß auch Klara Müller.

In Tübingen nehmen wöchentlich circa 40 Personen am Training teil - Tendenz steigend. Jedes Semester kämen einige Neueinsteiger, so Jan Litzbarski. Den Grund dafür sieht der Trainer in der leichten Erlernbarkeit des Sports und im hohen Spaßfaktor. „Natürlich gibt es auch bei uns taktische Grundkonzepte und verschiedene Spielzüge, aber am Anfang muss man lediglich den Schläger halten und rennen können, der Rest folgt dann intuitiv.“

Seit vielen Jahren spielt Jan Litzbarsky nun schon selbst Lacrosse, vor zwei Jahren begann er als Trainer an der Uni. Zudem ist Litzbarsky seit 2007 Spielertrainer bei der TSG und spielt mit der Herrenmannschaft in der zweiten Bundesliga. Viele seiner Mitspieler haben an der Uni mit dem Lacrosse-Spielen begonnen und sind nun im Verein aktiv. Das Spiel und das Training an der Uni wolle man laut Litzbarsky beibehalten. „Mittlerweile wollen wir natürlich mit der Vereinsmannschaft auch erfolgreich sein“, gibt er das Ziel aus. Doch immer noch steht neben Ehrgeiz der Spaß an der Freude im Vordergrund.

INFO
Interessierte sind immer eingeladen. Dreimal wöchentlich wird in Tübingen Lacrosse trainiert. Montags und mittwochs ab 20 Uhr auf dem Platz der TSG, donnerstags ab 19 Uhr für alle Studenten auf dem Sportgelände der Universität.
07.01.2011 - 08:31 Uhr
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