Fünf Segways stehen nun in Tübingen bereit und warten darauf, dass sie gefahren werden. Neugierige Blicke Tübinger Bürger verraten, dass das Interesse groß ist.
Tübingen. Was ist ein Segway überhaupt, wird so mancher jetzt fragen. Ein Segway ist ein Personenbeförderungsmittel mit zwei Rollen. Er ist umweltfreundlich und leise, da er nur mit dem Strom aus der Steckdose lebt. Im Stehen gesteuert, wird der Segway bis zu 20 Stundenkilometer schnell. Und das allein mithilfe einfacher Gewichtsverlagerung.
Der Park beim Anlagensee eignet sich ideal für die ersten Fahrversuche mit dem Segway. Seine ebenen Wege führen direkt durch die Natur.Bild: Sommer
Der Segway kommt mit relativ wenig Eingewöhnungszeit aus, höchstens zwanzig Minuten, und man ist fahrbereit. Alles, was man dazu benötigt, ist ein gültiger Mofaführerschein (den jeder Autoführerschein sowieso beinhaltet) und ein persönliches Gewicht zwischen 45 und 118 Kilogramm. Der Segway kann überall zum Einsatz kommen, wo man auch sicher zu Fuß gehen kann. Er ist für den normalen Straßenverkehr in Städten sowie auf Rad- und Waldwegen zugelassen.
Der Ingenieur Andreas Kurz, der die Führungen anbietet, steht mit seinem „Blue Mobility“-Konzept ganz im Zeichen der Umweltfreundlichkeit mit elektrisch angetriebenen Fortbewegungsmethoden, wie auch Elektrofahrräder und dreirädrige Cityroller. Weiterhin möchte er Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, eine Alternative bieten. „Blue Mobility“ und der Tübinger Bürger- und Verkehrsverein haben sich deshalb zusammengeschlossen, um den Segway in der Stadt zu verbreiten.
„Spaß pur“ verspricht der Verkehrsverein auf seiner Homepage. Segway fahren könne jeder schnell und mühelos lernen. Und tatsächlich: Nur in den ersten Minuten fühlt man sich etwas unsicher, denkt, man könnte kippen und fallen. Nach kurzer Zeit ist die Balance gefunden, und die Steuerung kommt wie von selbst.
Der Segway hält, was er verspricht. Er reagiert empfindlich auf kleinste Bewegungen, sodass die Maximalgeschwindigkeit durch die rasche Beschleunigung schnell erreicht wird. Doch genauso schnell kann bei Unsicherheiten oder Gefahren auch wieder gebremst werden: Der Bremsweg eines durchschnittlichen Fahrrads ist dreimal so lang wie der eines Segways.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Panoramaaussicht, die der Segway bietet. Während Busse und Autos die Sicht immer einschränken, liefert der Segway die gleiche Aussicht, als wäre man zu Fuß unterwegs. Jedoch kann man hier mit einer Akku-Ladung bis zu 40 Kilometer weit fahren und um einiges mehr sehen als zu Fuß. Die Schnuppertour kann deshalb architektonisch interessante, aber weit auseinanderliegende Viertel innerhalb nur einer Stunde erreichen.
So bietet sich der Segway gerade dann an, wenn man etwas von Tübingen und Umgebung sehen und dies mit einer ordentlichen Portion Spaß verknüpfen will. Deshalb sieht sich die Segway-Tour auch nicht als Konkurrenz zur normalen Stadtführung, sondern eher als Ergänzung. Zielgruppe seien auch eher Tübinger als Touristen, sagt Gabriele Eberle, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins.
Wichtig bei den Touren sind festes Schuhwerk, warme Kleidung und ein Helm (wird gestellt).
Wie eine Fahrt mit dem Segway funktioniert, ist in einem Video auf www.tagblatt.de zu sehen.