Das Eltern-Kind-Fest im Tübinger Spatzennest zog dieses Mal besonders viele Gäste an. Schließlich feiert das Waldheim 50-jähriges Bestehen.
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Wenn die Affen durch den Wald rasen und die Tiger Kinder zum Lianenschwingen einladen, dann tobt die Dschungel-Fete im Tübinger Spatzennest. Zum Eltern-Kind-Fest am Samstag kamen etwa 800 Besucher – schließlich feierte das Waldheim auch seinen 50. Geburtstag. Bild: Faden
Pfrondorf. Der Tiger ist los! Und der Bär! Ach, der ganze Urwald war auf den Beinen am Samstag im Spatzennest. Am Waldrand huschten wilde Gestalten, Kinder schwangen an Lianen und hangelten sich über Amazonasschluchten. Man erkundete Sinnespfade und Geschmackshöhlen oder besorgte sich an der Schminkstation das passende Outfit.
Das Eltern-Kind-Fest brachte Leben in die Spatzennest-Hütten. 325 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren sind dort seit einer Woche im Waldheim der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Tübingen. Traditionell werden die Eltern nach einem Drittel der Freizeit eingeladen zu Spielen und Bühnenprogramm.
Dieses Jahr kamen viele Besucher, 800 Gäste schätzte die hauptamtliche Leiterin Elke Schwendowius. Denn das Spatzennest feierte 50 Jahre Bestehen (das TAGBLATT berichtete). Mechthild Litterscheid, deren Mann Wolfgang als Jugendpfarrer das Waldheim aufgebaut hatte, erinnerte an die Anfänge. Damals mussten die Kinder gewogen werden – in der Nachkriegszeit sollten sie im Spatzennest aufgepäppelt werden. „Die Kinder fanden das bescheuert“, sagte Mechthild Litterscheid.
Auch Tübingens Erster Bürgermeister Michael Lucke fand das Wiegen kurios. Heute wäre das undenkbar und in seinem Fall völlig unnötig: „Ich weiß schon vor dem Wiegen, dass ich zu viel habe.“ Doch zum Diät-Halten ist das Spatzennest nicht gemacht. So sicherte Lucke zu, einen Süßigkeiten-Mann, der möglicherweise während des Waldheims auftauchen wird, anständig auszustatten: „Die Stadt ist zwar arm, aber für Bonbons wird‘s reichen.“
Die 56 Gruppenleiter – darunter die Nachwuchshelfer aus dem „Team 0“ – hatten sich ein kunterbuntes Programm überlegt – inklusive Modeshow und Gesangseinlagen. Sogar die Falschparker wurden phantasievoll eingebunden: Eine heulende „Tarzana“ erschien auf der Bühne und schluchzte die Kennzeichen der Übeltäter.
Noch zwei Wochen dauert die erste Freizeit. Zur zweiten Sommerferienhälfte sind schon gut 280 Kinder angemeldet. Allerdings gibt es noch einzelne freie Plätze.zie