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Österberg-Zufahrt drei Stunden dicht

Stadtlauf: Athleten starten an der Mensa

Zehn Kilometer lang ist die neue Stadtlauf-Strecke. Gestartet wird bei der Mensa Wilhelmstraße und die Zufahrt zum Österberg ist während des Hauptlaufs gesperrt. Das neue Stadtlauf-Organisationsteam ändert einiges beim jährlichen Rennen durch die Stadt.

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Sabine Lohr
So ungefähr wird wohl der Start des 19. Tübinger Stadtlaufs am 16. September aussehen: An der ... So ungefähr wird wohl der Start des 19. Tübinger Stadtlaufs am 16. September aussehen: An der Mensa in der Wilhelmstraße beginnt der Zehn-Kilometer-Lauf, der die Zufahrt zum Österberg blockiert. Dieter Baumann (rechts vorne) läuft dabei wohl nicht mit, dafür gehört er zum Organisations-Team. Montage: Metz

Tübingen. Kein Durchkommen vom und zum Österberg wird es für Autos während des Hauptlaufs am Sonntag, 16. September, geben. Daher wollte die Stadtverwaltung zunächst mit den Österberg-Bewohnern sprechen, bevor sie ihr Ja zu den Plänen des neuen Stadtlauf-Organisationsteams gibt.

Bürgermeister Michael Lucke lud deshalb am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung ins Technische Rathaus ein und hatte vier Sachkundige mitgenommen: Für die Organisatoren des Stadtlaufs saßen Eugen Höschele als Vorsitzender des LAV-Fördervereins (der weiterhin als Veranstalter auftritt) und Andreas Dietrich vom Sportinstitut neben ihm. Außerdem warb Olympiasieger Dieter Baumann für den Lauf, und der für die städtische Ordnung zuständige Rainer Kaltenmark stellte seinen Verkehrs- und Sicherheitsplan vor.

Der befürchtete Protest gegen die Sperrung der Zufahrt zum Österberg indes blieb aus. Gerade mal ein Dutzend Österberg-Bewohner vertraten alle anderen und ließen sich mögliche Bedenken schnell ausreden. Die Zufahrt zu ihren Häusern nämlich bleibt gerade mal während des Hauptlaufs von 11.30 bis 14 Uhr gesperrt, „maximal drei Stunden“, wie Lucke versicherte. Der Schülerlauf tangiert das Lustnauer Tor nicht, denn die Kinder rennen im Alten Botanischen Garten, so sei es, sagte Andreas Dietrich, bisher zumindest geplant.

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Für die Sicherheit der Österberg-Bewohner ist ausreichend gesorgt: Entlang der Strecke werden Sanitäter positioniert, die zur Not auch schnell mal die Doblerstraße hochkommen. Und wenn’s brennt, „dann halten wir den Stadtlauf an oder brechen ihn ab“, sagte Kaltenmark.

Zudem pendelt ein Shuttlebus, der alle 20 Minuten oben startet, bis zum Lustnauer Tor fährt, dort bei der Kreissparkasse wendet und den Berg wieder hochfährt. Die einzige Einschränkung also sei der dreistündige Verzicht aufs Auto, sagte Lucke. Wer es aber überhaupt nicht verheben könne, der könne ja „auf eigene Gefahr“ den landwirtschaftlichen Weg befahren, der am Ende der Seelhausstraße beginnt. „Aber ich fordere Sie nicht zum Befahren auf“, stellte Lucke klar.

Gesperrt während des Hauptlaufs ist auch das Parkhaus am Stadtgraben. Zwischen 11.30 und 14 Uhr sind dort weder Ein- noch Ausfahrt möglich. Weil die gesamte Laufstrecke dicht ist, wird der Verkehr umgeleitet. Zudem sorgen etliche Ordner für die Sicherheit der Läufer. „Wir machen ja keine Love-Parade“, sagte Michael Lucke, „Sicherheit geht vor.“

Notwendig wird die Sperrung der Österberg-Zufahrt, weil das neue Organisations-Team die Strecke geändert hat. Das Team besteht vor allem aus Studenten, die an Andreas Dietrichs Seminar „Sport konzipieren, organisieren und evaluieren“ teilnehmen und dabei den Stadtlauf auf die Beine stellen. Begleitet werden sie dabei nicht nur von ihrem Dozenten, sondern auch von Profi-Veranstalter Marc Oßwald, der Dieter Thomas Kuhn unter seinen Fittichen hat und auch schon den Besuch des Papstes organisierte („Der läuft aber leider nicht mit, wir haben angefragt“, behauptete Dietrich). Hilfe bekommen die Studenten auch von Stadtlauf-Profi Dieter Baumann. Der sagte zu seiner möglichen Teilnahme: „Das wird eher schwierig.“

Weil die Organisation nun von der Universität ausgeht, sollte der Stadtlauf auch mehr an die Uni gebunden werden. Weshalb Start und Ziel nun nicht mehr am Zinserdreieck sind, sondern in der Wilhelmstraße, „ungefähr auf Höhe der Mensa“, erklärte Dietrich. Von dort geht’s die Wilhelmstraße entlang und die Pfleghofstraße hinauf auf die alte Strecke (siehe Seite 24). Eine Runde hat 3,2 Kilometer, drei Runden werden gelaufen – und der Start sowie das Umrunden des Anlagensees so ausgedehnt, dass die Strecke schließlich genau zehn Kilometer lang ist. Und damit 2,5 Kilometer länger als bisher.

Vorteil des neuen Startplatzes an der Mensa ist nicht nur die Anbindung an die Uni, sondern auch die lange Gerade zu Beginn des Laufs. „Das war bisher sehr eng“, sagte Dieter Baumann. „Und dann ging es kurz nach dem Start scharf nach links in die schmale Neckargasse. Das war gefährlich – zum Glück ist nie was passiert.“ Beim Start an der Mensa dürfen die Teilnehmer erstmal rund 450 Meter laufen, bevor es in die Pfleghofstraße geht.

Über alle anderen Details des Stadtlaufs informieren die Studenten am Montag, 23. Januar, um 14 Uhr im Hörsaal des Sportinstituts. Dietrich: „Da lassen wir dann die Katze aus dem Sack“.

19.01.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 19.01.2012 - 08:46 Uhr
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