Endlich! Der Moped-Führerschein ab 15 soll kommen. Die Regierung beweist mal wieder, wie nahe ihr die Jugend steht. Die Elternverbände müssen sich erst noch mit der Idee anfreunden, denn Eltern sind von Haus aus konservativ, eben die bewahrenden Kräfte in der Gesellschaft. Sie müssen immer erst durch beharrliches Tun überzeugt werden.
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Ulla Steuernagel
Seit Jahrhunderten leisten deshalb ältere im Sinne der jüngeren Geschwister Aufklärungs- und Erziehungsarbeit an den Erwachsenen. Damit tragen sie etwa auch zur Einführung verlängerter Ausgehzeiten bei.
Ja, auch in diesem Punkt könnten CDU und FDP noch vieles tun. Ist nicht das Ausgehen eine wichtige Erfahrung, auf die immer mehr Jugendliche heute verzichten? „Was, schon Mitternacht“, seufzt der 16-Jährige mit Blick auf die Uhr, „da lohnt sich das Weggehen ja gar nicht mehr!“ Und schon wieder hat er einen ganzen Tag dieses digitalen Zeitalters in seiner dunklen Bude vor dem Computer verbracht.
Auch das Rauchen kann für manchen von Vorteil sein, stärkt es doch das Selbstbewusstsein und lässt pickelige Knaben schon ziemlich reif und alt aussehen. Warum also keine Schülerabos für Zigaretten? Auch an Mengenrabatt ließe sich denken. Auf den Packungen könnte im flotten Regierungsjugendjargon stehen: „Rauchen macht zwar übel tot, aber kommt cool.“
Doch man sollte nicht ausschließlich an Jugendliche denken, man sollte das Übel gleich an der Wurzel packen. Denn ist nicht die Kindheit der Hauptzubringer in die Jugendjahre? Manche Reformen sollten also unbedingt beim Kind ansetzen. Gerade erst musste man lesen, dass ein Neunjähriger seinen kleinen Bruder aus Versehen erschoss. Hätte der Neunjährige frühzeitig Schießübungen machen können und zielen gelernt, wäre das nicht passiert. Die Gesetze zum Schusswaffengebrauch sollten also dringend revidiert werden.
Aber man muss ja nicht immer gleich an das Schlimmste denken. Auch im harmlosen Bereich Taschengeld gäbe es Neuregelungsbedarf. Gerade die FDP muss den doch wollen. Der „Taschengeldparagraph“, der Kinder vor zu hohen Ausgaben schützt, ist nichts anderes als ein unzulässiger Eingriff in einen sich selbst regulierenden Markt. Also, weg damit! Sollen doch die Kinder selber ihre Mopeds kaufen, den Führerschein kriegen sie dann oben draufgelegt.
Auch an den Schulen gäbe es noch viel zu tun. Nehmen wir allein das Infektionsrisiko, das bei so vielen jungen Menschen auf so engem Raum, wie nicht nur der Labormediziner Rudolf Seuffer weiß, extrem hoch ist. Warum richtet man keine Spritzenautomaten auf den Schulklos ein? Kleiner Nebeneffekt in der Wirtschaftskrise: Das hilft Bildungsausgaben sparen.