Datenschützer rügen, dass der „Gefällt mir“-Knopf von Facebook auf Internetseiten Daten der Nutzer ungefragt an den Konzern weitergibt – auch dann, wenn man nicht im sozialen Netzwerk mitmacht. Auf den Seiten des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs ist das abgestellt.
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Tübingen. Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland nutzen nach Branchenangaben das Internet-Netzwerk Facebook. Sie bleiben mit Freunden in Kontakt, veröffentlichen Bilder, tauschen Nachrichten aus. Und sie empfehlen sich gegenseitig Internetseiten mit Artikeln, Bildern oder Videos. Das geht über einen Klick auf den „Gefällt mir“- oder „Empfehlen“-Knopf, den Facebook den Internetseiten-Betreibern zur Verfügung stellt.
Das ist dann einerseits Werbung für Facebook, andererseits finden mehr Nutzer auf die Seiten des Betreibers. Auch das SCHWÄBISCHE TAGBLATT hat auf seinen Web-Auftritten die wichtigsten sozialen Netzwerke eingebunden, um es deren Nutzern leichter zu machen, Artikel, Bilder und Videos miteinander zu teilen – per Twitter, Google+ oder eben Facebook.
Im August hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein umfassend untersucht, welche Daten Facebook dabei auf seine Server in die USA überträgt. Das Ergebnis: Wer einmal eine Seite mit „Gefällt-Mir“-Knopf besucht hat, muss davon ausgehen, dass sein Rechner über eine kleine Datei, ein so genanntes „Cookie“, von dem Unternehmen zwei Jahre lang wiedererkannt wird – und zwar auch, wenn er kein Facebook-Profil hat.
Darüber wurden die Seitenbetreiber und Nutzer nicht extra informiert. Was Facebook mit den Daten macht, ist unklar. Die Datenschützer gehen aber davon aus, dass die Informationen ausreichen, um die Internetnutzung nachvollziehen zu können.
Deshalb hat das SCHWÄBISCHE TAGBLATT beschlossen, die Einbindung der sozialen Netzwerke auf seinen Internetseiten www.tagblatt.de und www.tagblatt-anzeiger.de zu ändern: Ab sofort werden nur dann Daten an Facebook, Google+ und Twitter übertragen, wenn man die entsprechenden Knöpfe anklickt und damit einwilligt. Möglich macht das eine Lösung des Computermagazins c't, die unter einer Open-Source-Lizenz frei verwendbar ist.