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Tübingen

Nein zu ISAF-Einsatz

Unter dem Eindruck des jüngsten Luft-Bombardements in Afghanistan zeigten am Samstag zahlreiche Kritiker des Auslandseinsatzes Flagge.

 

Tübingen. „Es zeigt sich gerade jetzt wieder: Es gibt nicht nur ein bisschen Krieg“, sagte Heike Hänsel, Bundestagsabgeordnete der Linken, vor rund hundert Zuhörern am Samstagmittag auf dem Holzmarkt. Unvermeidbare zivile Opfer seien mit der Entscheidung für den Afghanistan-Einsatz billigend in Kauf genommen worden.

Hänsel tadelte bei der von „Friedenswoche“-Organisator Henning Zierock moderierten Veranstaltung zudem den Umgang der Regierenden mit der jüngsten Tragödie: „Auf der Sondersitzung des Bundestages hat niemand aus der großen Koalition gesagt ‚Wir bedauern diese Bombardierung!‘“, kritisierte die Linkspolitikerin.

Der ehemalige Europa-Abgeordnete der Linken, Tobias Pflüger, sprach für die Tübinger Informationsstelle Militarisierung: „Was in Afghanistan passiert, ist kein Stabilisierungs-Einsatz, sondern Krieg“, sagte Pflüger, nach eigenen Worten sogar im Einklang mit dem Bundeswehrverband. Pflüger fügte hinzu, er sehe die Bundeswehr am Hindukusch sogar mit genau der „Vorbereitung eines Angriffskrieges“ betraut, die laut Grundgesetz-Artikel 26 verfassungswidrig ist.

Der frühere Grünen-Abgeordnete Walter Schwenninger betonte, dass der Militäreinsatz in seiner Partei ganz und gar nicht unumstritten ist. „Grün ist nicht gleich Afghanistan“, sagte Schwenninger und verwies auf die Kriegs-Kritik des grünen Tübinger Bundestagsabgeordneten Winfried Hermann.eik

14.09.2009 - 07:30 Uhr | geändert: 14.09.2009 - 08:24 Uhr
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