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Shoppen für den Gabentisch

Kundschaft lässt Händler im Weihnachtsgeschäft nicht hängen

Euro-Krise? Konkurrenz Onlinehandel? Kein Problem, jedenfalls nicht im Weihnachtsgeschäft 2012. Die Einzelhändler sind zufrieden, manche setzen sogar mehr um als im Vorjahr. Ab dem 27. Dezember dürfte es in den Läden erneut voll werden. Rund ein Viertel aller Geschenke landet mittlerweile als Gut- oder Geldschein auf dem Gabentisch.

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Volker Rekittke

Tübingen. Das beliebteste Rotwein-Land? „Italien, Frankreich und Spanien liegen gleichauf“, sagt Jürgen Schlanke. Am besten verkauft sich Rebensaft zwischen fünf und zehn Euro, so der Geschäftsführer des Weinmarkts Mattheis. „Wir sind zufrieden, es läuft noch besser als 2011.“ 700 Weine hat der Markt im Angebot – und 250 Spirituosen. Der Verkaufs-Hit hier: „Grappa natürlich“. Heimische Schnäpse hingegen werden weniger nachgefragt. Mit einer Ausnahme: Der Ammertal-Whiskey, obschon nur eine Sorte unter mehr als 60 schottischen Verwandten, „der muss sich nun wahrlich nicht verstecken“.

Alle Jahre wieder, schleppt der Kunde schwer, die Geschenke nieder, durch die Gassen her.Bild: Metz Alle Jahre wieder, schleppt der Kunde schwer, die Geschenke nieder, durch die Gassen her. Bild: Metz

Kinder, Kinder, Kinder. Was wünschen die sich dieses Jahr? Lego Star Wars, Playmobil, die gute alte Carrera-Rennbahn. Bei Gesellschaftsspielen sind „Village“ (ab 12) und für die Kleineren „Looping Louie“ der Renner. Zudem beobachtet Filialleiter Armin Simon einen Run auf die Zocker-Ecke im Ersten Stock von Drogeriemarkt Müller – mit Spielen für Konsolen wie Playstation oder Wii. Mama und Papa schenken sich gern edle Düfte. Im Schnitt 40 bis 50 Euro pro Präsent gibt man in der Parfümerieabteilung aus, so Simon. Das Geschäft laufe so gut wie 2011 – und es würden viele Geschenk-Gutscheine ausgestellt.

„Ein leichtes Plus“ gegenüber dem Vorjahr registriert Stefan Rinderknecht. Der Filialleiter von Zinser Tübingen ist deshalb überaus zufrieden: „Besonders der XXL-Samstag auf der Chocolart war spitze.“ Die Trends: SOS-Geschenke (Socken, Oberhemd, Schlips) gehen nicht mehr so gut – auch wegen des nachlassenden Krawattenzwangs im Business. Bei Kinderkleidung („derzeit sehr gut“) geht die Mode zu „deutlich mehr Farbe“ – auch bei Jungs. Schwer was los ist alle Jahre wieder, na klar, in der Damenwäsche- und Dessous-Abteilung.

Das erste Weihnachtsgeschäft im neuen Alnatura-Biosupermarkt beim Pfleghof erlebt Filialleiter Benjamin Wägerle: „Es läuft sehr gut.“ Absolutes Highlight sei der Feldsalat – ein klassischer „Köder“ fürs einkaufende Publikum vor Heiligabend. Der Fleischkonsum ist eher verhalten, dafür wird viel Lachs mitgenommen. „Die Leute machen keine Großeinkäufe, die Taschen dürfen nicht zu schwer werden.“ Klar: Parkplätze gibt’s in der Altstadt wenige – „aber dafür haben wir viel Laufkundschaft“, sagt Wägerle.

Das letzte Weihnachtsgeschäft bei Rimpo in der Marktgasse ist nun – „nach ausgesprochen schwachem Start“ – zufriedenstellend, sagt Inhaber Klaus Reihle. Welche Musik-CDs landen unterm Baum? Vor allem die „Late Autumn Recordings“ von „Tom Chicken & The Big Balls“ (Dieter Thomas Kuhn), außerdem Lana Del Rey, die Toten Hosen, David Garrett und Mark Knopfler. Die Sonderangebote im neuen Rimpo am Haagtorplatz würden ebenfalls gut angenommen: „Viele sind neugierig und schauen mal rein.“

Immer mehr Geld- und Gutscheine unterm Christbaum
„Insgesamt nicht unzufrieden“ mit dem Weihnachtsgeschäft ist Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg. Das heißt vom Schwäbischen übersetzt: Man ist zufrieden, „aber es hätte noch ein bisschen mehr sein dürfen“. Hagmann erwartet, dass der Südwest-Einzelhandel „ungefähr das Vorjahresergebnis erreichen wird“.

Dabei waren Prognosen noch von einem deutlichem Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft ausgegangen. Die Rahmenbedingungen dafür hätten auch gestimmt, so Hagmann: Beinahe Vollbeschäftigung in Baden-Württemberg, es werde viel vererbt – und das Geld bringt auf der Bank kaum Zinsen.

Aber vielleicht sorgt ja das Nach-Weihnachtsgeschäft noch für strahlende Gesichter bei den Einzelhändlern. Bereits 20 bis 25 Prozent aller Geschenke werden in Form von Geld- und Gutscheinen unter den Christbaum gelegt. Da klingeln die Kassen ab dem 27. Dezember umso lauter.


24.12.2012 - 13:00 Uhr

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