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Ein Aufruf zur Wahl

Jugendgemeinderat sucht neue Kandidaten

Am kommenden Montag läuft die Bewerbungsfrist für die Tübinger Jugendgemeinderatswahl ab. Bislang haben erst vier Jugendliche ihre Unterlagen eingeschickt.

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katharina mayer
Die bisherigen Vorstände Jakob Jäger, Irene Feuerbacher und Yannig Baur (von links) im JGR-Büro. ... Die bisherigen Vorstände Jakob Jäger, Irene Feuerbacher und Yannig Baur (von links) im JGR-Büro. Bild: Mayer

Tübingen. Nachwuchssorgen macht sich Vorstand Yannig Baur, 18, trotzdem nicht. „Es ist immer so, dass sich die meisten erst gegen Ende bewerben.“ Das, glaubt er, „liegt in der Natur des Jugendlichen.“ Sollte sich die Situation entgegen dieser Erfahrung zum Stichtag nicht nennenswert verändert haben, wird am Dienstag über eine Verlängerung der Bewerbungsfrist entschieden.

Die bisherigen Vorstände des Jugendgemeinderats (JGR) jedenfalls wollen all jenen Mut machen, die noch zögern und zaudern. Oder bisher gar nicht über eine Kandidatur nachgedacht haben. Eigentlich, sagt Jakob Jäger, 18, „braucht man keine große Vorbildung“. Begeisterung für kommunalpolitische Themen erwartet keiner von potenziellen Bewerbern: „ein Stück weit Interesse an politischen und sozialen Themen“ reiche schon.

Denn einbringen kann sich jeder, wo er es am liebsten möchte, sagt Irene Feuerbacher, 18. Die Aufgabenfelder, die sie übernehmen, suchen sich die Jugendlichen selbst aus. Wenn der Schulstress phasenweise überhand nimmt und für den JGR weniger Zeit bleibt, dann ist das kein Problem und der Wiedereinstieg immer möglich.

Antreten werden die drei Vorstände bei den Wahlen im Juli nicht mehr, nach bestandenem Abi gehen sie jetzt andere Wege. „Zeit für einen Generationenwechsel“, findet Jakob. Und dafür, dass „wieder Junge drankommen, die sich politisch einsetzen“.

Toll fände Irene, wenn unter den Kandidaten auch solche wären, die mit frischen Ideen im Gepäck „den Laden voranbringen“.

Jeder wird gebraucht und akzeptiert

Alle drei betonen, dass der Rat kein elitärer Zirkel für Gymnasiasten sei. Als Förder- oder Hauptschüler könne man sich genauso gleichberechtigt einbringen. „Jeder wird gebraucht“, fasst Yannig zusammen und auch Irene schätzt die Vielfalt, weil „jeder eine andere Perspektive hat.“ Nur wer mit- und den Mund aufmache, könne auch etwas verändern, das gelte vor allem für Minderheiten, die sonst nicht gehört werden. Am Herzen liegt den Dreien, dass ihre Nachfolger ein Projekt vorantreiben, an dem der JGR seit sechs Jahren arbeitet: das Jugendcafé. Mittlerweile immerhin sei nach zig Gesprächen mit der Stadt „nicht mehr die Frage, ob es kommt, sondern wohin es kommt“, sagt Yannig.

Ein Etappensieg also und eine Sache, bei der man „dranbleiben und vielleicht auch etwas nervig werden muss“, sagt Irene. Einen Standort zu finden und ein ortsangepasstes Konzept zu entwickeln, wird wohl zu den Aufgaben der Neuen gehören.

Die Zeit im Gremium möchten die drei nicht missen: Wenn ein Projekt klappt, gebe ihm das Genugtuung, sagt Yannig. Irene schätzt, dass „man das Durchhalten und Durchbeißen lernt“ – aber auch, Kompromisse zu schließen. Für Jakob wiederum war es „eine tolle Erfahrung, dass man von den Erwachsenen ernst genommen wird – zumindest von den meisten.“

07.05.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 07.05.2011 - 08:54 Uhr

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