[X]
 per eMail empfehlen


   

Robins Erben in der Mensa

Internationale Bogensport-Messe zeigte die Vielseitigkeit der Szene

Pfeile über Pfeile. Am Wochenende bevölkerte die Bogenschützen-Szene Tübingen. In die Mensa Morgenstelle lockte eine international besetzte Bogensport-Messe

Anzeige


axel habermehl
Bogen in allen Formen und Farben. Dazu gab es auf der Messe vielfältigstes Zubehör, Vorträge und ... Bogen in allen Formen und Farben. Dazu gab es auf der Messe vielfältigstes Zubehör, Vorträge und vor allem viele gleichgesinnte Bogenbegeisterte, mit denen die Messebesucher sich austauschen konnten. Bild: Faden

Tübingen. Robin Hood wurde nicht gesichtet, aber wäre er gekommen, er hätte seine Freude gehabt. Denn Tübingen war am Wochenende fest in der Hand der Bogenschützen. Auf der ersten Bogensport-Messe in Süddeutschland, die in der Mensa Morgenstelle ihre Stände aufschlug, informierten und testeten sich die Freunde der ältesten Schusswaffe der Welt durch die Angebote.

Flashplayer benötigt.

Bereits am Samstagvormittag war auf der Messe einiges los, bis zur Schließung am Sonntagnachmittag zählten die Organisatoren 900 Besucher. „Wir sind zufrieden“, sagte Mitveranstalter Jens Waschull, „auch wenn ruhig ein paar Leute mehr hätten kommen können.“ Nächstes Jahr, kündigte Waschull an, werde es aber auf jeden Fall wieder eine Messe geben.

Zwischen Mittelalter und High-Tech

Beim Gang durch die Mensa wurde deutlich, wie vielgesichtig die Szene rund um Pfeil und Bogen ist. Bisweilen fühlte man sich ins Mittelalter zurückversetzt. Der amerikanische Bogenbauer Michael Reape bot an seinem Stand Pfeile und Bogen an, die er selbst in traditioneller Handarbeit herstellt. Für den Nachbau eines mittelalterlichen Kriegsbogens aus spanischem Eibenholz und passenden Pfeilen mit Graugansfedern kann ein Schütze schnell mal 1000 Euro ausgeben. Sein Stand zog zwar viele Neugierige an, Reape beklagte aber, dass „die meisten Leute lieber diese High-Tech-Bögen mögen“.

Tatsächlich waren moderne Präzisionsgeräte mit Zielvorrichtungen, Stabilisatoren und allem erdenklichen Zubehör in der Mehrzahl – trotz einer Tendenz zum einfachen Sportgerät. Am Stand von Bogenbauer Thomas Müller gab es eine Art Mittelding: Müller baut seit 30 Jahren Bögen. Bei ihm kann sich ein Schütze seine Waffe aus 180 Materialien selbst zusammenstellen und anfertigen lassen.

Wer auf der Messe einen Bogen kaufen wollte, hatte die Möglichkeit, diesen vorher auszuprobieren. Zu diesem Zweck war ein Schießstand aufgebaut worden. Jürgen Henne vom Deutschen Feldbogen Verband (DFBV), der dafür sorgte, dass alles in sicheren Bahnen verlief, lobte die Veranstalter für diese Test-Möglichkeit: „Wo gibt’s das sonst?“, fragte er. „Hier sind so viele Hersteller mit Dingen, auf die man sonst sehr lange warten muss.“

Nicht nur Sportschützen, auch Jäger waren auf der Messe vertreten: Am Stand des Deutschen Bogenjagd Verbands (DBJV) warb Ludwig Himmelstoß um Verständnis und neue Waidgenossen: „Bogenjäger denken anders als Sportschützen“, sagte er. „Wir haben nur einen Pfeil, und der muss treffen“, fügte Himmelstoß an und erklärte mithilfe eines kleinen Plastik-Rehs, wo genau der Pfeil eines Jägers treffen muss, um das Tier waidgerecht zu töten. In Deutschland ist die Bogenjagd übrigens verboten, Himmelstoß und seine Jäger müssen nach Frankreich fahren, um ihrer Passion nachzugehen.

Neben Bögen in allen Variationen gab es auf der Messe ein reiches Angebot an Zubehör: Arm- und Fingerschoner, sogenannte „Tabs“, Handschuhe, Köcher und Federn. Außerdem hielten einige Experten Fachvorträge rund um den Sport.

23.05.2011 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln (hier klicken)

Anzeige

Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Coole Streetwear - Mode von Carhartt gibt es bei Def-shop