per eMail empfehlen


   

Ganz unten

Hände hoch, Schniefnase!

Wenn es stimmt, was die Leute so sagen, liegen derzeit 90 Prozent aller Tübinger mit Erkältung im Bett. Sie auch? Nun, das ist im Grunde keine Schande. Das Problem – Sie kennen das – ist bloß, dass irgendwann all die französischen Liebesfilme geguckt, die schwedischen Krimis gelesen und die schwäbischen Kräuterbonbons gelutscht sind.

Anzeige


Eike Freese

Was uns nach drei Tagen Reizhusten noch bleibt, scheint allein die schier unerschöpfliche Vielfalt internationaler Wildwest-Klassiker. Tag vier mag dabei noch erträglich sein: In Werken wie „In meiner Wut wieg ich vier Zentner“ (Italien, 1974) erkrankt die Hauptfigur zwar in 90 Minuten kein einziges Mal stilecht an Bronchitis – er muss das aber auch gar nicht, solange er uns für eine Weile aus der weiten Welt der Kopf- und Gliederschmerzen entführt. Tag fünf kann mit seinem vormittäglichen „Sartana – noch warm und schon Sand drauf“ (Italien, 1970) zwar spannungsmäßig punkten, doch schon der Titel des folgenden „Der Tod ritt dienstags“ (Italien, 1967) bringt uns mit seinem morbiden Schrecken an den Rand der Depression. Auch mittwochs.

Tag sechs vermag mit Streifen wie „Bratpfanne Kaliber 38“ (Italien, 1971) nicht, die Monotonie aus kalten Wickeln und regelmäßigem Inhalieren zu stoppen. Auch „Ein Loch im Dollar“ (Italien, 1965), „Ohne Dollar keinen Sarg“ (Italien, 1966) und „Für einen Sarg voller Dollars“ (Italien, 1972) machen die Sache nicht besser. Immerhin: Inzwischen ist das Fieber wieder im anständigen Bereich. „Zwiebel-Jack räumt auf“ (Italien, 1976) kann bereits laufen, während wir schon im Büro anrufen, um zu sagen, dass wir am Montag wieder kommen. Halleluja!

Apropos Halleluja: Vergessen Sie Filme wie „Vier Halleluja für Dynamit-Joe“ (Italien, 1972), „Blaue Bohnen für ein Halleluja“ (Italien, 1967), „Ein Halleluja für zwei linke Brüder“ (Italien, 1972) oder „Halleluja pfeift das Lied vom Sterben“ (Italien, 1972). Die sind nicht gut. Vermutlich. Zwei Dinge dagegen sind so gewiss wie das Amen in der Kirche. Zum einen: Auch in Italien war früher nicht alles besser. Und: Unsere ganzen Taschentücher müssen wir immer noch selbst aufräumen. Zwiebel-Jack wird das sicher nicht tun.

21.02.2013 - 20:30 Uhr | geändert: 22.02.2013 - 09:21 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

Küken schlüpfen im Museum

Kiebingen: Fliegende Eier im und neben dem Korb

Der Mittelaltermarkt auf dem Thiepvalgelände

Die Welt der Alraune Siebert

Das neue Glockenspiel der Stiftskirche

Stiftskirchenorganist Braun stellt das Glockenspiel vor

Verbraucherminister Bonde in der UDO-Großküche

Abtauchen im Uhlandbad: Gäste unter Wasser

Bodelshausen spielt gegen Poltringen/Pfäffingen 3:3 Millipay Micropayment

Senfit: die Seniorenmesse in Tübingen

104:64 - Tigers wie entfesselt im Abstiegskampf

Guerilla-Merketing mit der Laserkanone

Tübinger Nacht im April 2014

Video-Zusammenfassung: TV Derendingen - SC Freiburg II 1:0 Millipay Micropayment

Wendelsheim unterliegt Hirschau 0:2 Millipay Micropayment

Eine Zinser-Modenschau präsentiert aktuelle Sommertrends

SV Pfrondorf - TSV Hirschau 0:0 Millipay Micropayment

Endlich wieder ein Sieg: Tigers gegen Trier 74:67

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Die beiden Neuankömmlinge im Glockengebälk: Sie stehen (beziehungsweise hängen) für das ...

Wissen, was war

Die Woche vom 12. bis 17. April: Tübinger tauchen ab, ein verdächtiger Patient und ein Glockenspiel für die Stiftskirche

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse

Vor 50 Jahren: Kanzler Erhard besuchte Tübingen

Das „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit verkörperte Ludwig Erhard wohl wie kein anderer: Der CDU-Mann war wohlgenährt, hatte stets eine Zigarre im Mundwinkel „und eine gesunde Farbe des Erfolgs im Gesicht“, bemerkte der TAGBLATT-Chronist, als Erhard zu seinem ersten – und einzigen – Staatsbesuch nach Tübingen kam. Das war vor 50 Jahren, am 24. Februar 1964.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion