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"Grüne Welle" gefordert

HGV protestiert gegen Mühlstraßen-Sperrung

Mit raschem und heftigem Protest reagierte der Handel- und Gewerbeverein (HGV) am Wochenende auf die mögliche Sperrung der Mühlstraße.

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Tübingen. Mit Überraschung erfuhr der HGV aus der Samstagsausgabe des TAGBLATTS, dass Regierungspräsidium und Stadt über eine Schließung der Mühlstraße oder Eberhardsbrücke aufgrund hoher Schadstoffbelastungen in der Atemluft beraten. Man nehme die Tatsache sehr ernst, schrieb die Vertretung der Geschäftsleute, dass an der Messstelle in der Mühlstraße dauerhaft eine zu hohe Schadstoffbelastung gemessen wird. Der HGV hält es „für völlig falsch, einfach die Mühlstraße zu sperren, anstatt auf die tatsächlichen Ursachen einzugehen“.

Als solche zählt er in seiner Erklärung die folgenden Punkte auf:

„Tübingen besitzt ein völlig veraltetes, überholtes, und vor allem fehlerhaftes Verkehrs- und Parkleitsystem. Obwohl der HGV seit zehn Jahren mit Nachdruck ein solches neues System fordert, mit dem Ziel, den Parksuchverkehr zu reduzieren und doppelte Autofahrstrecken innerhalb Tübingens Einbahnstraßendschungel zu vermeiden, um die Schadstoffbelastung zu reduzieren, haben sich Stadtverwaltung und Gemeinderat hier bisher nicht überzeugen lassen. Hier könnte ein deutlicher Teil des Autoverkehrs innerhalb der Stadt reduziert werden.“

Seit vielen Monaten, so der HGV weiter, seien „die Ampeln in Tübingen im Gegensatz zu vorher zu ungunsten der Autofahrer umgestellt worden“, mit längeren Rotzeiten für Autos und längeren Grünzeiten für Fußgänger, die zum Teil gar nicht so lang benötigt würden. Dadurch staue sich der Verkehr zum Beispiel in der Reutlinger Straße vor allem von der Blauen Brücke, über das Zinser-Dreieck, in die Mühlstraße hinein bis zur Wilhelmstraße extrem lang. Durch eine Veränderung der Ampelphasen zugunsten der Autos würden diese schneller durchfahren können, müssten weniger abbremsen und wieder anfahren und auch weniger mit laufendem Motor stehen bleiben, womit die Schadstoffbelastung erheblich reduziert werden könnte.

Die Gewerbevertreter sind der Überzeugung, dass die Sperrung der Mühlstraße „zu einem Mehr an Schadstoffen führen würde, weil der längere Weg außen herum, den viele Tübinger täglich fahren müssen, einfach eine Tatsache ist“. Die Weststadt und Lustnau würden darunter leiden.

Der HGV versicherte, dass er sich nicht prinzipiell gegen eine Diskussion über die Sperrung der Mühlstraße in beiden Richtungen wehre. Allerdings müsse man dann darüber sprechen, ob die Stadt durch die Straßen-Unterbrechung an Attraktivität gewinne oder nicht. „Eine mit dem Auto gut zugängliche Innenstadt mit guten und günstigen Parkmöglichkeiten ist lebensnotwendig für einen funktionierenden Innenstadthandel“, betonte der HGV.

„Völlig falsch“ sei es hingegen, in der Schadstoffdiskussion jetzt „eine schnelle Lösung zu suchen, die den wahren Ursachen nicht gerecht“ werde. Der HGV fordert stattdessen Stadtverwaltung und Gemeinderat auf, „ein modernes Park- und Verkehrsleitsystem“ zu bewilligen und die Stausituation in der Mühlstraße zu verbessern, indem die Ampeln auf „grüne Welle“ geschaltet werden.ST

17.01.2011 - 07:30 Uhr | geändert: 17.01.2011 - 07:43 Uhr

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