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Schwan macht Mut

Grußwort an die streikenden Studenten

Prominente Unterstützung bekamen 250 Studenten im „besetzten“ Kupferbau- Hörsaal am Dienstagabend: Gesine Schwan sprach den Bildungsstreikenden Mut zu.

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Hörsaalwechsel beim Bildungsstreik im Kupferbau: Zu den abendlichen Plenumsversammlungen und in ... Hörsaalwechsel beim Bildungsstreik im Kupferbau: Zu den abendlichen Plenumsversammlungen und in der Nacht halten Studierende weiterhin den Hörsaal 25 besetzt. Tagsüber steht ihnen jetzt der kleinere Hörsaal 21 als Treffpunkt und Diskussionsort zur Verfügung, damit der Lehrbetrieb nicht behindert wird. Bild: Metz

Tübingen. Im Anschluss an ihren Vortrag in der Studium-Generale-Vorlesung über Nachhaltigkeit in einem anderen Hörsaal ging die zweimalige SPD-Bundespräsidentenkandidatin und ehemalige Rektorin der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt an der Oder) zu den Streikenden. Sie ermutigte diese, „die tieferen politischen Dimensionen der Fehlentwicklungen an den Hochschulen anzugucken“.

Unter begeistertem Applaus kritisierte sie die Unterordnung von Bildung und Wissenschaft wie anderer gesellschaftlicher Bereiche unter „ökonomische Rentabilitäts-Gesichtspunkte“ als „zentralen Fehler“. Die Übertragung des Wettbewerbsprinzips aus der Wirtschaft habe zu „Geistlosigkeit, Angstgefühl und Entsolidarisierung“ geführt. „Das finde ich ziemlich schrecklich“, sagte Schwan.

Gesine Schwan. Archivbild: Metz Gesine Schwan. Archivbild: Metz

Ausdrücklich dankte sie den Studenten dafür, dass sie sich „mit anderen zusammentun und sagen: ,So geht’s nicht weiter!‘“. Bejubelt wurde ihre Meinung, dass „Studiengebühren abgeschafft gehören“.

Ratschläge wollte sie aber nicht geben. Sie selbst, aus der Generation der Alt-68er, sei damals als Reformerin „eher rechts außen“ eingeordnet worden. Beim Protestieren wünschte sie den Studenten auch Spaß, „denn ohne Spaß geht’s schon gar nicht“.

 

Im Plenum am Dienstag bildeten die Studenten mehrere Arbeitsgruppen. Sie sollen sich unter anderem mit konkreten Verbesserungsvorschlägen für das Studium befassen und Kommilitonen über die Aktionsziele aufklären.

 

Unterstützung bekamen die Streikenden von den Abgeordneten der SPD, der Grünen und der Linken. Die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel (Linke) und die Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid (SPD) zeigten sich am Rand der Demo am Dienstag. Eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion greift unter anderem die studentische Forderung nach Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft auf.

Die Landtagsabgeordnete Ilka Neuenhaus (Grüne) kritisierte in einer Erklärung die neuen Studiengänge als „schlampig umgesetzte Reform“. Der Bildungsstreik sei ein „klarer Auftrag an die Politik, die Studienbedingungen zu verbessern“. „Volle Unterstützung“ finden die Ziele der Streikenden beim grünen Bundestagsabgeordneten Winfried Hermann. Zur Stärkung der Studienfinanzierung schlagen die Grünen vor, den Soli-Beitrag für den Aufbau Ost für die Verbesserung des Bildungssystems umzuwandeln.upf

19.11.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 19.11.2009 - 10:28 Uhr
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