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Reise in die Welt der Scheine

Grundschüler „überfallen“ Kreissparkasse Tübingen

Die Klasse 4B der Schönbuchschule Dettenhausen informierte sich bei der Kreisspar-kasse über das Thema Geld. Obwohl wir alle mit Geld umgehen, mussten wir fest- stellen, dass wir nur wenig über die Münzen und Scheine wussten, die täglich durch unsere Hände gehen.

 
Artikelbild: Grundschüler „überfallen“ Kreissparkasse Tübingen

Dettenhausen. Monika Kimmig und Udo Rieker begrüßten uns in der Schalterhalle und führten uns zuerst in die Tresorräume im Untergeschoss. Im Geldtresor werden die Scheine in Hunderter bündeln und die Münzen in Rollen gelagert. Gesichert ist der Tresor durch eine vier Tonnen schwere Stahltür und dicke Stahlbetonwände.

„Wo wird das Geld, das im Tresor gelagert wird, hergestellt?“, war für uns zunächst eine wichtige Frage. Udo Rieker erzählte uns Folgendes: In Deutschland gibt es zwei Druckereien für die Scheine; die Bundesdruckerei in Berlin und eine weitere in München. Die Münzen werden in fünf Städten geprägt. In Stuttgart, Karlsruhe, München, Hamburg und Berlin.

Ein kurzer Film zeigte uns vieles, das im Zusammenhang mit den Euroscheinen wichtig ist. Baumwollfasern sind der Grundstoff für die Herstellung des Papiers, weil es dadurch besonders griffig wird. Jeder Schein hat eine andere Größe. Je höher sein Wert, desto größer der Schein. Logisch, oder? Je nach Wert unterscheiden sich die Scheine auch noch nach Farben und Motiven. Für sehbehinderte Menschen lassen sich die Werte der Scheine erfühlen.

Ein spannendes Thema für uns war: „Wie erkennt man gefälschte Scheine?“ Nach einer kurzen Einführung durften wir die Sicherheitsmerkmale an echten Scheinen überprüfen, die uns Monika Kimmig dazu austeilte. Grundsatz für die Überprüfung war das Motto: Fühlen, Sehen und Kippen.

Im Gegenlicht erkannten wir auf jedem Geldschein ein Wasserzeichen und den Sicherheitsfaden. Beim Kippen wechselt das Motiv im silbernen Hologramm. Je nach Blickwinkel sahen wir entweder die Wertzahl und das Eurosymbol oder die Wertzahl und ein Fenster beziehungsweise ein Tor. Probieren Sie es mal aus, es macht Spaß. Unter einer UV-Lampe konnten wir fluoreszierende Baumwollfasern erkennen und so die Scheine wie Profis überprüfen.

Einige von uns machten noch erstaunliche Entdeckungen: Jeder Geldschein ist nummeriert, hat eine Jahreszahl aufgedruckt, trägt eine Unterschrift und das Wort Euro steht auch nochmals in griechischen Buchstaben auf dem Schein. Leider mussten wir sämtliche Geldscheine wieder abgeben!

Udo Rieker erklärte außerdem, dass beschädigte Geldscheine von der Bank nur dann ersetzt werden, wenn mehr als die Hälfte des Scheines noch vorhanden ist.

Einer von uns hatte noch eine Lösung für die gegenwärtigen Finanzprobleme in Deutschland: „Druckt doch einfach mehr Geld, bis das Land keine Schulden mehr hat!“ Natürlich kann man auch bei den Münzen verschiedene Merkmale entdecken, die uns aber zunächst nicht so interessant vorkamen. Aber haben Sie schon einmal die Ränder der Münzen genau betrachtet? Sie werden sehen, dass sie sich – je nach Wert – geriffelt, eingekerbt, glatt oder wellig zeigen. Eine Quiz-Frage an Sie, liebe Leser: „Was steht auf dem Rand einer deutschen Zwei-Euro-Münze?“ Die Lösung finden Sie in Ihrem Geldbeutel.

Auf der Vorderseite jeder Euro-Münze sind ihr Wert sowie die zwölf EU-Sterne zu sehen. Auf der Rückseite zeigt jedes Land seine eigenen Münzmotive und das Prägejahr. „Wissen Sie, ob Euro-Münzen magnetisch sind?“ Wir haben für Sie herausgefunden, dass Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen stark magnetisch sind, Ein- und Zwei-Euro-Münzen dagegen schwach magnetisch und Zehn-, 20- und 50-Cent-Münzen gar nicht magnetisch sind.

Alle Kinder unserer Klasse wurden durch das Zisch-Projekt und den Besuch bei der Kreissparkasse zu richtigen Experten für unser Geld.

07.02.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 07.02.2010 - 10:10 Uhr
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