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Etwas in Bewegung

Frauentag-Streit beschäftigte Gleichstellungs-Ausschuss

Der diesjährige internationale Frauentag hatte ein Nachspiel – im Gleichstellungsausschuss.

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Artikelbild: Frauentag-Streit beschäftigte Gleichstellungs-Ausschuss Susanne Omran

Tübingen. „Unterstellungen und persönliche Angriffe kann ich nicht stehen lassen“, sagte OB Boris Palmer am Donnerstag im Gleichstellungsausschuss. Wenn Mitarbeiter „massiver Kritik“ ausgesetzt seien, sei es seine Aufgabe, „mich vor sie zu stellen“. Besonders störte er sich an dem Satz einer Vertreterin der Frauengruppe Courage auf dem Holzmarkt, dass der Erfolg ihrer „Speaker’s Corner“ „ein Schlag ins Gesicht“ der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Susanne Omran sei. Zur Erinnerung: Heftige Kritik am Motto des diesjährigen internationalen Frauentags „Frauen: Bewegung“ und dessen (unpolitischer) Umsetzung gab es nicht nur am offenen Mikrofon, sondern danach auch in den TAGBLATT-Leserbriefspalten.

B. Palmer, Susanne Omran  Archivbilder Tübingens OB Boris Palmer

Minutiös berichtete die Gleichstellungsbeauftragte am Donnerstag über die vier Vorbereitungstreffen von Oktober bis Januar. Dem OB ging es zu weit, dass dafür vier Sitzungen gebraucht wurden. „Wir haben kein Motto vorgegeben“, sagte Omran und erinnerte an die inhaltlichen Diskussionen des zweiten Treffens mit 23 Teilnehmerinnen über das Motto. Der Knackpunkt aus ihrer Sicht: Dass zum ersten Treff nur zwölf Teilnehmerinnen kamen.

Als Beleg für das breiter als nur sportlich verstandene Motto nannte sie unter anderem eine interne Fortbildung im Rathaus, den Info-Stand, an dem für „Equal Pay“, also gleiche Bezahlung, geworben wurde, und das Podium zum Thema „Typisch weiblich? – Frauen erobern den Männersport“. Aus ihrer Sicht, so Omran, „sind alle Aktivitäten berücksichtigt worden“. Die Veranstaltungen waren so organisiert, dass sich „die Vielfalt“ der Frauengruppen und deren „großes Meinungsspektrum“ wiederfinden könne.

Sabine Lüllich (CDU) fand es „unmöglich, dass sich Frauen an diesem Tag gegenseitig missachten“. Evelyn Ellwart-Mitsanas (AL/Grüne) sah die Auseinandersetzungen gelassen. Kritik sei immer da, wenn man neue Wege gehe und neue Bevölkerungsschichten erreichen wolle: „Das zeigt, dass etwas in Bewegung ist.“

Andere Themen als Bewegung („das kann man an 364 Tagen im Jahr machen“) mahnte Angela Hauser (Linke) an. Die Personalratsvorsitzende des Uniklinikums erinnerte an das Frauentagsfrühstück mit dezidiert politischen Themen wie etwa Niedriglöhnen. Hauser hat sich an der Vorbereitung des städtischen Frauentags nicht beteiligt, weil vor vier Jahren Streikende der Uniklinik mit Transparenten beim Frauentag im Rathaus nicht willkommen waren.

„Wenn es so viel Protest gibt“, sagte Klaus te Wildt Richtung Verwaltungsbank, „muss man sich fragen, was dran sein könnte.“ Und es nicht so darstellen, als hätten sie Unrecht. Kritik von denen, die nicht beim Podium waren, konterte der OB, könne er nicht akzeptieren. Kurt Sütterlin (FDP) wunderte sich: Wenn man „so einen ausführlichen Abstimmungsprozess“ mache, müsse der Konflikt „doch erkennbar gewesen sein“.

kai

20.03.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 20.03.2010 - 09:04 Uhr
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