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Rappelvolle Diskos und Kneipen

Die mit dem Elch tanzen

6000 Nachtschwärmer und Wartezeiten von über zwei Stunden: Die vierte Partynacht des Radiosenders SWR3 in Tübingen ließ die Stadt in der Nacht zum Sonntag kochen.

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Eike Freese

Tübingen. Mit rund 6000 Besuchern war die Partynacht des Radiosenders SWR3 am Samstag etwas kleiner als die im Vorjahr. Der Sender hatte die Zahl der Tanzflächen zwar leicht reduziert, die Tickets für die 17 Partys im gesamten Stadtgebiet waren dennoch schon früh ausverkauft. Vor einzelnen Veranstaltungen bildeten sich lange Schlangen – an der Mensa Wilhelmstraße und am Blauen Turm standen die Nachtschwärmer über eine Stunde lang an.

Die SWR-Band war der Publikumsmagnet

Besonders der Auftritt der SWR3-Band um die Moderatoren Stefanie Tücking und Sebastian Müller lockte die Massen. Während im Kupferbau rund tausend Fans feierten, bewiesen vor dem Hörsaalzentrum weitere 300 Geduld. Hier warteten viele gar über zwei Stunden, um einen Blick auf die schweißtreibende Rockshow im Kupferbau-Foyer zu werfen.

Immerhin 14 Euro kostete der Partyspaß für die Besucher. Dafür hatten sie die freie Auswahl aus einem bunten Genre-Mix, den der Radio-Sender großflächig über Diskos und Kneipen in der ganzen Stadt verteilt hatte. Dementsprechend voll waren die Shuttle-Busse, die die Nachtschwärmer etwa von der „Charts-Party“ im Zoo zur „Club-Party“ in den drei Kilometer entfernten Club 27 brachten. Der Elch als Maskottchen des Senders markierte die Haltestellen.

Artikelbild: Die mit dem Elch tanzen

Vom nächtlichen Sturm auf die Altstadt profitierten auch Altstadt-Wirte, die gar nicht im Programm der Veranstalter auftauchten. Wer keine Lust hatte, auf den völlig überfüllten Partys des Senders zu schwitzen, gönnte sich nicht selten eine Pause in einer gemütlichen Innenstadt-Kneipe. Bis weit in den frühen Sonntagmorgen blieben die Gassen voll mit feiernden Menschen. Wo noch Licht brannte, ging man rein.

Das Party-Protest-Plakat: Den SWR-Elch und Uni-Rektor Bernd Engler verbanden einzelne ... Das Party-Protest-Plakat: Den SWR-Elch und Uni-Rektor Bernd Engler verbanden einzelne Bildungsstreik-Aktive am Samstag für ihre Art der politischen Meinungsbildung. Eine größere Gruppe sorgte mit einer mitternächtlichen Aktion vor dem Kupferbau für Aufsehen (siehe Artikel unten).

Ein wenig politische Brisanz hatte die SWR3-Partynacht bekommen, nachdem der Kupferbau als Veranstaltungsort am Mittwochvormittag von Studenten geräumt wurde, die sich am gegenwärtigen Bildungsstreik beteiligen. Von „Vertragsstrafe“ dem Sender gegenüber hatte die Universitätsleitung geredet, der SWR dementierte. Angesichts ihrer zahlreich vertretenen Zielgruppe zeigten viele Bildungsstreik-Aktive während der Partynacht Präsenz und machten friedlich auf ihre Ziele aufmerksam (siehe Artikel unten).

Party-Vielfalt für alle Altersklassen

Auch im übrigen Party-Gebiet blieb es in der Nacht zum Sonntag größtenteils ruhig. Die Tübinger Polizei vermeldete trotz der Masse des Publikums, oft frustrierender Wartezeiten und des sichtlich hohen Alkoholpegels von Partybesuchern aller Altersklassen nur eine kleinere Schlägerei vor einer Kneipe und kurze Streitigkeiten vor der Mensa Wilhelmstraße.

Stattdessen entpuppte sich die SWR3-Nacht wieder als Publikumsmagnet, der junge und ältere Menschen gleichermaßen auf die Straße lockt. In den Diskos und Kneipen feierten bei weitem nicht nur Studenten und nicht nur Tübinger. Zahlreiche Besucher waren aus Reutlingen, Böblingen oder Balingen gekommen. Jüngere amüsierten sich in Clubs wie dem „Asmara“ bei der Party des SWR-Jugendsender „Das Ding“. Höhere Semester kamen etwa im „S‘Urige“ auf ihre Kosten, wo die Lokalmatadore „Acoustic Storm“ klassische Balladen aus der goldenen Ära des Rock interpretierten. Für den breiten Mainstream waren die Groß-Partys rund um die Altstadt angelegt. Hier brachten Charthits von damals und heute die Massen in Schwung. Gleichwohl war auch für Freunde von Indie-Rock, Latin und selbst Irish Folk gesorgt.

Viele Anhänger elektronischer Musik durften zudem während der Partynacht den „Club 27“ im Gewerbegebiet Unterer Wert für sich entdecken. Der Club hatte erst im Frühsommer dieses Jahres eröffnet und gilt in Tübingen noch eher als Geheimtipp. Hier wurde es erst in dem Augenblick richtig voll auf der Tanzfläche, als „Schowi“, Rapper der Stuttgarter HipHop-Truppe „Massive Töne“, an den Plattentellern drehte.

16.11.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 16.11.2009 - 18:14 Uhr

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