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Weihnachtsspendenaktion: Etwas mehr vom Leben

Das TAGBLATT sammelt für Basketballrollstühle und Tübinger Projekt

Wen das Schicksal hart getroffen hat, der freut sich über jedes Mehr an Lebensqualität. Genau darum bemühen sich unsere beiden Weihnachtsspendenprojekte.

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Kreis Tübingen. Wie in jedem Jahr ruft das SCHWÄBISCHE TAGBLATT auch diesmal wieder seine Leser vor Weihnachten zu Spenden für lokale Projekte auf. 22 Projekte haben sich in diesem Jahr beworben. Entschieden hat sich der Verlag für das „Tübinger Projekt zur häuslichen Betreuung Schwerkranker“ und die Rollstuhlsportler des Vereins RSKV. Beide Projekte sind im gesamten Landkreis Tübingen tätig.

Dank des Tübinger Projekts können auch schwerkranke Patienten die letzte Zeit ihres Lebens daheim ... Dank des Tübinger Projekts können auch schwerkranke Patienten die letzte Zeit ihres Lebens daheim bei den Angehörigen verbringen.Bild: Tübinger Projekt

Projekt 1: Das „Tübinger Projekt“: Rund 350 Patientinnen und Patienten begleitet das „Tübinger Projekt“ jährlich auf ihrem letzten Weg. Es sind Menschen, die keine Chance mehr auf Heilung haben, aber nicht im Krankenhaus sterben wollen. Das Projekt ermöglicht es diesen Menschen – die meisten sind Tumorpatienten – die Tage bis zum Tod in der vertrauten Umgebung zu verbringen.

Artikelbild: Nur noch wenige Euro bis zur 60 000er-Marke

Oft beginnt der Kontakt schon im Krankenhaus. Dann organisiert das „Tübinger Projekt“ die Entlassung und kümmert sich um die notwendigen Hilfsmittel und das Krankenbett. Mit dieser Brückenpflege sorgen die Mitarbeiter des Projekts für einen reibungslosen Übergang zwischen der Betreuung im Krankenhaus und der ambulanten Betreuung zu Hause. Das Projekt will den Angehörigen Mut machen, es daheim zu versuchen und bietet dafür kompetente Hilfe an. Durch eine Rufbereitschaft rund um die Uhr kann jederzeit eine erfahrene Pflegefachkraft oder der Palliativarzt zum Hausbesuch kommen.

Für viele Schwerkranke ist die Betreuung zu Hause erst durch die Medikamentenpumpe möglich geworden. Mit einer Mischung aus Schmerzmitteln, vor allem Morphin, können Symptome wie Unruhe, Atemnot und Übelkeit weitgehend gelindert werden, und die verbleibende Zeit bleibt eine Lebensphase.

Weil die Betreuung die Lebensqualität des Kranken deutlich steigert, möchte das Tübinger Projekt jetzt schon möglichst früh seine Hilfe anbieten. Die Krankenkassen müssen zwar seit 2007 einen Teil der Kosten für die Palliativbehandlung übernehmen, doch betrifft das nur die allerletzte Phase vor dem Tod. Für ihren neuen Ansatz, der kranken Patienten frühzeitig ein gutes Stück mehr Lebensqualität schenken kann, sind die Mitarbeiter auf Spendengelder angewiesen.

Projekt 2: Rollstuhlbasketball: Dank der Paralympics hat der Behindertensport in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen. Und das zu Recht. Gerade für Menschen, die sich nicht so einfach bewegen können wie andere, ist Sport extrem wichtig für das körperliche und geistige Wohlgefühl.

Beim Sport erfahren Behinderte, dass ihr Körper doch etwas leisten kann. Sie erleben Teamgeist, Leidenschaft und Erfolg. Dass zum Erfolg auch der Misserfolg dazugehört, den es zu ertragen gilt, ist kein Nachteil. Im Gegenteil: Beim Sport lernen Kinder und Jugendliche mit Niederlagen konstruktiv umzugehen.

Im Kreis Tübingen kümmert sich seit über 30 Jahren der „Rollstuhlsport und Kulturverein e.V.“ um den Behindertensport. Und das mit erheblichem Erfolg: Gut 150 Mitglieder zählt der RSKV mittlerweile, und ist damit einer der größten Behinderten-Sportvereine in Deutschland. Auch sportlich kann der RSKV zufrieden sein: Die Rottenburger Tobias Schreiner und Philipp Schorp wurden in diesem Jahr mit der deutschen U 22-Nationalmannschaft Europameister im Rollstuhlbasketball.

Tobias Schreiner und Philipp Schorp sind mittlerweile auch als Trainer aktiv. Sie haben gemeinsam mit betroffenen Eltern eine Gruppe für Kinder und Jugendliche aufgebaut, die regelmäßig im Feuerhägle trainiert. Problem dabei ist, dass die normalen Rollstühle für die harten Einsätze in der Halle nicht geeignet sind. „Die krachen zusammen wie Boxautos“, beschreibt das Simone Klein, Mutter eines behinderten Kindes. Nicht selten mussten die Eltern nach den Spielen die Rollstühle der Kinder flicken. Zudem können die Stühle beim Spiel umkippen und Verletzungen verursachen.

Die Basketballgruppe benötigt deshalb dringend spezielle Sport-Rollstühle, die bis zu 3000 Euro pro Stück kosten. Sie setzt auf die Hilfe der TAGBLATT-Leser/innen.

Wie immer bieten wir unseren Lesern zwei Spendenkonten mit der gleichen Kontonummer 17 11 11 an. Sie haben die Wahl zwischen der Kreissparkasse Tübingen (BLZ: 641 500 20) und der Volksbank Tübingen (BLZ: 641 901 10). Im Überweisungsauftrag sollten Sie auf jeden Fall vermerken, wenn Sie eine Spendenquittung benötigen. Bitte schreiben Sie in diesem Fall auch Ihre vollständige Adresse hinzu. Nötig ist das aber nur bei Beträgen über 200 Euro. Darunter reicht dem Finanzamt ein Kontoauszug. Vermerken können Sie auch, wenn Sie ein bestimmtes Projekt unterstützen wollen (Projekt 1 oder Projekt 2) oder im TAGBLATT nicht erwähnt werden möchten. Noch eine Bitte zum Schluss: Unterschrift nicht vergessen.


01.12.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 01.12.2012 - 17:24 Uhr

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