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Tübingen

Carusos Sänger siegen beim Stocherkahnrennen - Video und Bilder

(ede). 55 Kähne standen bei der 53. Auflage des Tübinger Stocherkahnrennens am Start. Sieger wurden Carusos Sänger (Startnummer 42), Zweiter wurde das Team 1 des Stocherkahnvereins (30), und auf den dritten Platz kam das Jugendhaus Lustnau (36). Den Lebertran musste diesmal der Tübinger Wingolf schlucken, außerdem das Corps Franconia und die Landsmannschaft Ulmia. Den Kostümpreis erhielt die Fachschaft Geowissenschaften 2.

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Statt am zweiten Juni-Donnerstag stieg das Tübinger Stocherkahnrennen erstmals an einem Samstag. Veranstalter war die Sängerschaft Hohentübingen. Sie wollte mit dem neuen Termin mehr Zuschauern die Möglichkeit geben, dabei zu sein.

Bereits kurz vor 12.30 Uhr besetzten am Samstagmittag die ersten Zuschauer/innen die besten Stehplätze an der Tübinger Neckarbrücke. Um 14 Uhr war sie dann ziemlich dicht. Die Menschen standen in Zweier- und Dreierreihen auf der Brücke. Aber nicht nur dort. Auf der Mauer beim Zwingel hatten sich die Kenner bereits Sitzplätze gesichert, und auf der Platanenallee war nahezu jede Uferlichtung mit freiem Blick auf den Neckar belegt.

Gute Stimmung wie eh und je: 55 Stocherkähne hatten sich in drei Reihen bei der Brücke am Freibad aufgestellt. Neben den zahlreichen Verbindungskähnen waren wieder eine ganze Reihe nicht-studentischer Kähne dabei. Der Tübinger Stocherkahnverein stellte gar drei Kähne, ein Kahn kam von der Hochschule Reutlingen.

Nach dem Schau-Stochern in den Kostümen um 13 Uhr fiel gegen 14 Uhr der Startschuss. Da paddelten und stocherten 440 Leute in 55 Kähnen um die Wette. Denn es ging um nichts Geringeres als um ein 50-Liter Fass Bier. Für den Zweitplatzierten standen immerhin noch 30 Liter bereit, und die Mannschaftsmitglieder des letzten Kahns mussten sich wie immer mit einem halben Liter Lebertran begnügen.

Diesmal aber hatten die Ausrichter eine neue Regel beschlossen: Weil die gewöhnlich mit Treibsand bedeckten Stahlträger auf dem Grund des Neckars bei der Eberharsbrücke derzeit frei liegen und aus dem Boden herausragen, durfte wegen Verletzungsgefahr niemand am Nadelöhr aussteigen.

Konnten die Frau- und Mannschaften bislang ihren Kahn aus dem Pulk beim Nadelöhr herausziehen oder -drücken, war das heuer verboten. Erschwerte Bedingungen also. Die Regeländerung verlängerte das Rennen ein wenig, so der subjektive Eindruck. Denn ohne ziehende oder drückende Hilfe lag so mancher Kahn eine ganze Zeit lang quer im Nadelöhr. Niemand konnte daran vorbei.

Die Stocherer und Paddler sowie die Zuschauer hatten dennoch wieder einmal ihren gehörigen Spaß. Die Zuschauer feuerten die Frau- und Mannschaften an, die ihrerseits gaben ihr Bestes. Am Nadelöhr waren Carusos Sänger und das erste Team des Stocherkahnvereins noch recht dicht beisammen. An dritter Stelle passierte das Jugendhaus Lustnau die Engstelle.

Am Ende hatten die Sänger einen guten Vorsprung herausgestochert und -gepaddelt. Sie gewannen ein 50-Liter-Fass Bier. Auf den zweiten Platz kam das zweite Team des Stocherkahnvereins (30 Liter Bier), Dritter wurde das Jugendhaus Lustnau. Das Rennen verlor diesmal der Tübinger Wingolf. Alle Mannschaftsmitglieder mussten sich je einen halben Liter Lebertran hineinwürgen, dürfen dafür jedoch im nächsten Jahr das Rennen ausrichten.

Weil sich das Corps Franconia und die Landsmannschaft Ulmia nicht an die Regeln gehalten haben, mussten auch sie einen kräftigen Schluck Lebertran nehmen. Von der Ulmia allerdings trauten sich nur zwei, den Tran hinunterzukippen. Die übrigen Teammitglieder wurden nicht mehr gesehen. Den Kostümpreis erhielt die Fachschaft Geowissenschaften 2. Sie präsentierte sich mit einem U-Boot.

Rainer Kaltenmark vom Tübinger Ordnungsamt war nach dem Rennen rundum zufrieden. "Alles ist glatt gelaufen", sagte er, "das Rennen war gut organisiert." Obwohl die Bedingungen zum Zuschauen optimal waren, seien früher schon mehr Zuschauer da gewesen, so Kaltenmark - insbesondere, wenn der zweite Donnerstag im Juni (an dem bislang das Stocherkahnrennen angesagt war) ein Feiertag war. Doch der neue Samstagstermin gefiel ihm auch gut. Denn nach dem Rennen war die Stadt voll.

Bilder: Jörg Romanowski (45), Erich Sommer (2)
14.06.2008 - 12:28 Uhr | geändert: 01.06.2010 - 16:41 Uhr
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