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Winfried Hermann (Grüne): Begründung ist „der Hammer“

Bahn rechtfertigt höheren Stationspreis für IC-Halt

In einem Brief an den Bundestagsabgeordneten Winfried Hermann erklärte die Bahn: Die Hochstufung des Tübinger Bahnhofs hänge nicht (nur) mit der neuen Intercity-Anbindung zusammen.

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Lutz Bergmann

Tübingen. Zum Jahresbeginn stufte die Bahn den Tübinger Bahnhof eine Kategorie höher ein. Der Stationspreis erhöhte sich um 400 Prozent. Statt 1,42 muss das Land jetzt 6,43 Euro pro Zughalt zahlen. Dadurch fließen jährlich 280 000 Euro mehr in die Kassen des Verkehrsunternehmens.

Seit Dezember fahren Intercity-Züge von Tübingen nach Düsseldorf. Die Bahn behauptet, dies sei ... Seit Dezember fahren Intercity-Züge von Tübingen nach Düsseldorf. Die Bahn behauptet, dies sei nicht der einzige Grund für den höheren Stationspreis.Bild: Immler

Grünen-Politiker Hermann fragte die Bahn in einem Schreiben, ob die neue Fernverkehrsanbindung der Grund für die Erhöhung sei. Der Konzern antwortete jetzt: Die Ausstattung des Bahnhofs habe bereits vor dem Halt des ICs der teureren Kategorie drei entsprochen. Als Beleg dafür zählt sie das „großzügige Empfangsgebäude“, die „moderne Fahrgast-Informationsanlage“, die (lange nicht laufenden) Gepäckbänder und den „Servicemitarbeiter vor Ort“ auf. Zudem werde der Bahnhof im Sommer nächsten Jahres barrierefrei erreichbar sein.

Hermann empört diese Begründung: „Das ist der Hammer. Man kann nicht den Bahnhof als barrierefrei einstufen, bevor er es wirklich ist.“ Der Grünen-Politiker stößt sich jedoch nicht nur an diesem Argument, sondern stellt grundsätzlich das Einstufungssystem in Frage. Dabei ist er nicht der einzige: Auch die Bundesnetzagentur habe das System auf dem Kieker, weiß der Tübinger Bundestagsabgeordnete.

Besonders ärgert ihn die neue IC-Verbindung. Der Intercity verkehrt am Sonntag einmalig zwischen Berlin und Tübingen. Unter der Woche fährt er täglich ein Mal nach Düsseldorf und zurück. Einen Zeitgewinn bringt der IC nicht. Nach Stuttgart braucht er 1:03 und nach Düsseldorf 3:56 Stunden. Beide Ziele kann ein Reisender mit anderen Zügen schneller erreichen. „Das ist eine richtige Pseudoanbindung“, sagt Hermann. Grundsätzlich befürwortet er jedoch eine Fernverkehrsanbindung für Tübingen. Die sei längst überfällig. In Zukunft wünsche er sich allerdings eine schnellere Verbindung, von der die Tübinger wirklich profitierten.

Handlungsbedarf sieht der Bundestagsabgeordnete auch beim Bahnhof: Die Ausschilderung sei nicht in Ordnung und das Gebäude sehe schäbig und heruntergekommen aus. „Die Bahn hat das auch schon alles festgestellt“, beklagt sich Hermann.

06.09.2010 - 16:30 Uhr | geändert: 07.09.2010 - 08:22 Uhr
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