Am Samstag pilgerten Größen der Breakdance-Szene nach Tübingen, um ihr Können in der Panzerhalle unter Beweis zu stellen.
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Sascha Geldermann
Diese Gruppe der Tübinger Tanzschule L.U.Dance unterhielt die Zuschauer zwischen den Runden mit Hip-Hop-Tanz. Bild: Sommer
Tübingen. „Mein liebes Tübingen, es ist Showtime“, rief Moderator Aloun Phetnoi zur Eröffnung der zweiten Southside-Battle in Tübingen, „schreit, wenn ihr bereit dafür seid.“ Und Tübingen brachte die Panzerhalle lautstark zum Beben. Die Zuschauer drängten sich dicht um die kleine Tanzfläche in der Mitte der Halle, auf der sich die Crews mit jeweils drei Tänzern am Samstag einen Breakdance-Wettbewerb lieferten. Die Teilnehmer kamen überwiegend aus Deutschland, aber auch aus anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Rumänien.
Sie wollen nicht Breakdancer heißen
In jeder Runde zeigten zwei Crews ihr Können zur Musik des Kölner DJ Ice-C. Die Tänzer wirbelten um die eigene Achse, schmissen sich drehend auf den Boden und verharrten beeindruckend lange im einhändigen Handstand. Nach jeder Performance entschieden die Szene-Größen Janz the Boogie, MCFunk und David Colas mit Handzeichen über das Weiterkommen der Gruppen.
„Man darf die Leute hier bloß nicht Breakdancer nennen“, ermahnte Michael Hiller, der die Southside-Battle für das Jugendkulturbüro und den Jugendgemeinderat Tübingen organisierte. Richtig seien die Bezeichnungen „B-Boys“ und „B-Girls“, denn als die Tanzform in den späten 60er Jahren entstand, wurde sie „B-Boying“ genannt, bevor die Medien den Begriff „Breakdance“ prägten.
Es gibt viele Wege, um zum B-Boying zu kommen. Marius Moroschan von den Tübinger „Soul Idiots“ begann vor zwei Jahren in einer Tanzschule damit. Der 16-jährige Labe Ymeri von der Rottenburger Funky Fly Crew hat sich die ersten Schritte dagegen aus dem Internet abgeguckt. Ihn motivieren zwei Dinge: „Der Adrenalinstoß und die unglaubliche Freiheit.“
Auch Moderator Phetnoi schätzt die Freiheiten des B-Boying: „Man kann dabei seinen ganz eigenen Charakter bilden“. Der 30-Jährige ist 1994 zum Breakdance gekommen. Er hat selbst an vielen Wettbewerben teilgenommen, moderiert sie nun aber lieber, um damit den Nachwuchs zu fördern.
Nintendo Crew aus Köln ertanzte den Sieg
Am Samstag führte er mit guter Laune durch das Programm. Dabei achtete er auch darauf, dass trotz des Andrangs alle Zuschauer den Wettbewerb verfolgen konnten. „Lasst die Kleinen nach vorne“, mahnte er, „damit die auch einen Fuß abbekommen.“
Die Zeit zwischen den Runden überbrückte unter anderem eine Tübinger Hip-Hop-Tanzgruppe. Nach jeder Pause kehrten weniger Crews auf die Tanzfläche zurück, bis sich am Ende die Kölner Nintendo Crew den Sieg bei der diesjährigen Southside-Battle ertanzte.