Bühl. Der Musikverein Bühl und die Bühler Originale mit ihrem Narrenruf „Schäggade – Mäggade“ führten den Zug an, in dem insgesamt 23 Gruppen aus Bühl und den umliegenden Dörfern mitliefen. Neben den traditionellen Hexen-, Teufels- und Geistermasken gab es am Dienstag die farbigen Los Mexicanos mit dem originellen Ruf „Kak - Tus“.
Applaus erntete die Pyramide der Narrenzunft Bad Niedernauer Stoagrättle, die nur aus dem jüngsten Nachwuchs der Zunft bestand. Die Kleinen brüllten wacker die Rufe mit. Außerdem hatten die Bad Niedernauer eine drehbare Wanne dabei, in der unartige Zuschauer herumgeschleudert wurden. Die Burghexa aus Dußlingen zeigten danach ebenfalls ihre Pyramide vor der kleinen Bühne, von wo aus Zunftmeister Uwe Kirchberg das Geschehen moderierte.
Der Bühler Narrensprung: Vier Drotzer springen mit je einem Symbol für die vier Jahreszeiten von der Brücke und landen sicher auf Strohballen. Bild: Metz
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer war auch mit seiner blauen Perücke dabei. Bei der Narrenpredigt bekam er sein Fett weg: Nach allgemeinem Auslassen über die Obrigkeit („Merkel liebt ihren Westerwelle“) und über die aktuelle Sozialdebatte („Passt auf, bald ist der Sozialstaat tot!“) war der Kommentar zu Palmers geplanter Babypause: „Das Bissle, was der regiert, kann unser Ortsvorsteher schon lange.“
Nach der Narrenpredigt dann der traditionelle Narrensprung von der Brücke in die Strohballen im Bühler Talbach. Vier mutige Drotzer der Narrenzunft Bühl sprangen in das Bachbett, mit jeweils einem Symbol für die Jahreszeiten in der Hand: Schneemann, Sonne, Dreschflegel und Mostkrug.
Boris Palmer wurde bei seiner Ankunft von Zunftmeister Uwe Kirchberg auf den erhofften DSL-Ausbau angesprochen. Palmer überreichte dem Zunftmeister spontan eine „Glasfaserkette“, und gab Hoffnung auf schnelles Internet in Bühl. Später sprang er auf den Wagen der Zunft Lanz Bulldog und setzte sich an den Tisch. Was reichte man ihm dort? Den Hörer eines analogen Telefons.