Abendkleid und Jogging-Hose, Dessous und Designer-Brillen: Die zweite „Fashion Night“ sorgte am Samstag für leuchtende Augen bei über 650 modebegeisterten Tübingern.
Anzeige
Eike Freese
Tübingen. Kurze Shorts zum Woll-Sakko, erdfarbene Kleider auch in den Sommermonaten, hochgekrempelte Jeans zum legeren Straßen-Outfit: Wer für die nächste Shopping-Tour noch Inspiration brauchte, kam bei der zweiten Tübinger „Fashion Night“ am Samstagabend auf seine Kosten – zusammen mit über 650 weiteren Zuschauern, die kurz nach Einbruch der Dunkelheit ins Tübinger Sparkassen-Carré gekommen waren.
Mehr als Tipps für den Einkaufsbummel
Damit war klar: das große Interesse an den Kollektionen hiesiger Mode-Shops im vergangenen Jahr war keine Eintagsfliege. Kamala Boger, Personal Trainerin aus Reutlingen, wird die „Fashion Night“ also auch im kommenden Jahr veranstalten. „Die Rückmeldungen von Sponsoren und Zuschauern sind unglaublich gut“, sagte Boger am späten Samstagabend. „Leider können wir nicht jede Anfrage örtlicher Läden berücksichtigen. Die Stammkunden haben Vorrang.“
Zum glamourösen Abschluss die festliche Abendgarderobe: Laufsteg-Schönheiten auf der zweiten Tübinger „Fashion-Night“ am Samstagabend.Bilder: Kalbhenn
Die Tübinger „Fashion Night“ soll über herkömmliche Tipps für den nächsten Schaufensterbummel hinausgehen. „Wir versuchen, den Glamour-Faktor möglichst hoch zu halten“, sagte Regina Widmann, die als Choreografin am Samstag alle Hände voll zu hatte: Elf Models zeigten in dreißig Auftritten eine Auswahl der Kollektionen des örtlichen Einzelhandels – mal luxuriös-gediegen, mal sportlich, mal lässig.
„Das sind alles Profis, denen muss man glücklicherweise nicht viel erklären“, sagte Widmann zu den ausgefeilten Auftritten ihrer Schützlinge. Die schlüpften in die unterschiedlichsten Rollen, mussten im einen Augenblick den lässigen Geschäftsmann abgeben, im nächsten als Karate-Kämpfer auf der Bühne stehen. Dabei hatten die Proben zur „Fashion Night“ erst am Freitag begonnen, nachdem die Models tags zuvor aus Prag, München und anderen europäischen Städten angereist waren.
Während der gut drei Stunden im Sparkassen-Carré wurden die Kleider zunehmend festlicher, der Schmuck wertvoller, die Schuhe glänzender. Zu Beginn der Show konnten sich die Zuschauer davon überzeugen, dass sie im Sommer 2011 durchaus auch Safari-Outfit tragen dürfen – am Ende erfuhren sie, dass „Perlenketten in allen Farben und Formen und vor allem echte Diamanten sehr im Trend liegen“, wie eine örtliche Juwelierin verkündete.
Lichtshow, Musik, Kleidung und die Gesten der Models waren aufeinander abgestimmt. Hinter der Bühne herrschte Hochbetrieb, denn selbst während eines Auftritts mussten einzelne Models ihre Outfits mehrfach wechseln. „Für sie ist es Arbeit und auch mit Stress verbunden“, so Regina Widmann. „Sie machen sich teilweise Notizen, damit sie wissen, was bei den einzelnen Auftritten jeweils von ihnen verlangt wird.“
Denn die Sponsoren wollen, dass ihre Produkte ins rechte Licht gerückt werden. Wenn ein Model vergisst, auf dem Laufsteg die Wendejacke zu wenden, dann weiß der Zuschauer auch nicht, dass es überhaupt eine Wendejacke ist.
Natürliche Typen statt „Hungerhaken“
„Wir haben ausdrücklich hübsche Frauen und Männer mit natürlichen Maßen genommen, aber keine Hungerhaken“, betonte Kamala Boger. „Wir achten darauf, dass verschiedene Typen auf der Bühne stehen – mal europäisch, mal asiatisch, mal brasilianisch.“
Die 28-Jährige ist früher selbst über Laufstege gestelzt, bevor sie sich mit Fitness-Trainings und Mode-Events selbständig machte. „Ich halte mich bei diesen Shows sehr im Hintergrund und pflege den Kontakt zu den Sponsoren“, so Boger. „Aber es stimmt schon: Ein wenig habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.“