1500 Leute kamen am Samstagabend zur Live-Musik beim 12. Nellingsheimer Stoppelackerfest. In der Nacht zum Sonntag weichte der Regen den Boden auf, so dass die Veranstalter das Ritterturnier am Sonntag absagten.
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Werner Bauknecht
Rottenburg. Bei Nacht musste man aufpassen, die Abfahrt zu dem schmalen Weg, der zum Festplatz führte, nicht zu verpassen. Dann aber sah man, im hellen Schein eines riesigen Lagerfeuers, das eingezäunte und beleuchtete Gelände vor sich. Obwohl die Zufahrt nicht oder kaum sichtbar ausgeschildert ist, war das umzäunte Gelände später voll von Jugendlichen – mehr hätten gar nicht Platz gehabt.
Am Eingang stand auch um 22 Uhr, als die Hauptband Villains zu spielen begann, noch eine lange Schlange. Vorgruppe war die Punk-Band Chopsticks. Fast 1500 Zuschauer mögen sich auf dem Gelände getummelt haben. Dabei hatte alles einmal 1997 mit einer kleinen Privatfete des Nellingsheimer Jugendraums angefangen.
Wieder kamen die Veranstalter ohne Security aus; wieder gab es keine besonderen Vorkommnisse. Bezahlt wurde auf dem Gelände mit Wertmarken, „Geldkarten“ genannt, die an allen Kassen verkauft wurden. Unter 16-Jährige, am weißen Armband erkennbar, erhielten keinen Alkohol, im Zweifel mussten sie den Ausweis vorzeigen. Grüne Bänder kennzeichneten die 16- und 17-Jährigen, die Bier und Sekt trinken durften. Die Volljährigen hatten orangefarbene Bänder.
Zum zweiten Song der Villains begann es zu tröpfeln. „Kommt zur Bühne, denkt nicht an den Regen“, versuchte Sängerin Medy die Zuschauer zu locken. Wenige folgten ihr. Die Plätze unter dem Holzdach oder in den Zelten waren gefragt. „Das ist die Strafe für letztes Jahr“, sagte Dieter Bauer lachend, ein regelmäßiger Besucher aus Rottenburg. „Da hatten wir zwei Tage tolles Wetter.“
Die Coverversionen von Bon Jovi oder AC/DC kamen zwar gut an, aber Tanzen unter Dauerregen – das wurde nichts. Dennoch spielte die Band bis nach drei Uhr nachts. Auch die Zuschauer trotzten der Nässe. Zu diesem späten Zeitpunkt hatte der Vorsitzende des Jugendraums Nellingen, Axel Vetter, bereits einen Schlepper organisiert. Wegfahrende Autos kamen nicht mehr aus ihren Schlammlöchern. „Sogar die Polizei und das Rote Kreuz mussten wir abschleppen“, erzählt Vetter.
Am Sonntag empfing die wenigen Besucher ein Matschfeld. Ein paar Übriggebliebene des Vortags und ein paar Besucher aus den umliegenden Ortschaften saßen im Zelt. Ums vortags heftig lodernde Lagerfeuer saßen Kinder und warfen Stöcke in die Glut.
Auf das spaßige Turnier verzichteten die Macher. Vetter: „In dem Gelände lässt sich kein Schubkarren bewegen.“ Kurzerhand verteilten Jugendraum-Aktive das Stroh, aus denen die Tresen gebaut waren, auf dem Boden. Die Organisatoren dachten schon daran, wie sie das Gelände räumen. „Zwei Tage brauchen wir, aber da sollte es möglichst nicht regnen.“ Ob es ein 13. Stoppelackerfest gibt, blieb offen. Vetter: „Der Aufwand ist riesig.“