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Ein Narri weniger

Seit Dienstag gibt's acht Ahlande mehr

Schlafet dia eigentlich?“, amüsierte sich einer von mehreren hundert Zuschauern gestern auf dem Rottenburger Marktplatz über die stimmlich etwas zagen Antworten der acht Noviz(inn)en auf die gereimten Fragen ihres Gruppenführers. Und fast hätte Peter Kornmüller am Ende noch eines von ungezählten „Narri!“ vergessen.

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Das prickelt bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt: Die künftigen Ahlande bekommen bei ihrer ... Das prickelt bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt: Die künftigen Ahlande bekommen bei ihrer Taufe eine Portion Wasser extra ab. Bild: Mozer

Was bei der Ahlandtaufe besonders auffallen würde, denn kaum eine andere Zunftnarren-Zeremonie ist bis aufs letzte Komma so durchinszeniert wie diese. Und keine andere so selbsterklärend: Ehe die neuen Weißkittel mit Brief und Siegel ein Teil der Zunft werden, bekommen sie Wort für Wort noch einmal vorgehalten, in welche Rolle sie denn da schlüpfen.

„Ihr send schwäbisch-alemannische Narre / mit einem auf Tradition begründete Sparre“, belehrt sie der Gruppenführer beispielsweise und schärft ihnen ein, dass ein Rottenburger Ahland nichts mit „irgendwelche Helau-Hurgler“ am Häs hat. Auch Anstand bekommt er eingetrichtert, schließlich sei er „keine wilde Sau“.

Zu den Klängen der Lumpen-Stadtkapelle unter Fasnets-Ehrendirigent Johannes Hub sparten die Paten bei der Taufe im engeren Sinne dann nicht mit Mechthildwasser aus dem Marktbrunnen, ehe der didaktische Teil weiterging. Und, wer es noch nicht gewusst hätte, sich Jacke für Hose in ehernen Reimen erklären lassen konnte, was es mit den Bemalungen derselben auf sich hat.

Als Susanne Baur, Jens Walch, Stefanie Roth, Johannes Kienzle, Lothar Butz, Magdalena Jäger, Andreas Anlauf und Anna Kühnle vorschriftsmäßig verbladert worden waren, als Taufgeschenk ihren Tanz entgegengenommen hatten und zum Schnapsausschank mit der Kelle ins Rathaus eingetaucht waren, schaffte es Kornmüller, das unterwegs verloren gegangene „Narri!“ halbwegs elegant wieder einzufädeln. Ansonsten bleibt für die Zeit nach Aschermittwoch, dass die zahlenstärkste Narrengruppe weit und breit noch größer geworden ist: „Rund 380“ Mitglieder zählt sie jetzt – soo genau weiß das selbst der Gruppenführer nicht.willibald ruscheinski

17.02.2010 - 12:30 Uhr

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