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„Deutschlands aktivste Stadt“: Einwohner sollen helfen

Rottenburg will olympiareif werden

„Das ist Wahnsinn“, entfuhr es Oberbürgermeister Stephan Neher. Rottenburg hat 30 Hallen, 67 Sportplätze, drei Wassersportanlagen, 1110 lizenzierte Trainer/innen sowie Übungs- und Jugendleiter/innen. Jetzt bedarf es der Beweglichkeit von noch mehr Leuten: Rottenburg kann 35 000 Euro gewinnen bei der „Mission Olympic“.

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Gert Fleischer

Rottenburg. In die zweite Runde haben es alle 23 Städte geschafft, die sich für den Titel „Deutschlands aktivste Stadt 2013“ bewerben. In seiner Größenklasse muss sich Rottenburg nun gegen sechs Konkurrenten durchsetzen (wir meldeten es bereits). Deshalb fanden sich gestern im Rathaus der Oberbürgermeister sowie Vertreter/innen des Sports zusammen, um über die Presse an die Bürger/innen zu appellieren. Es müssen möglichst viele, mindestens aber 20, Gruppen oder Initiativen, gemeldet werden, die Sportliches tun.

Dabei sein ist mehr. Rottenburg ist schon gut vorbereitet: Dies war der Start zum 24-Stunden-Lauf ... Dabei sein ist mehr. Rottenburg ist schon gut vorbereitet: Dies war der Start zum 24-Stunden-Lauf des TV Rottenburg im vorigen Jahr. Rechts der OB.Archivbild: Mozer

Es genügt nicht, seit zehn Jahren gemeinsam zu kicken. Zum Bestehenden soll Neues und möglichst Kreatives kommen – nur so wird der Breitensport noch stärker in der Bevölkerung verankert. Zudem soll es keine Initiative nur für diese Bewerbung sein, sondern die Menschen dauerhaft in Bewegung halten.

Es sei eine Aktion der gesamten Stadt, also auch aller Stadtteile, Vereine oder Initiativen und Gruppen, betonte OB Stephan Neher. Die bisher geleistete Vorbereitung habe sich schon gelohnt, erbrachte sie doch neueste Zahlen darüber, wie stark der Sport in Rottenburg ist (die letzte Untersuchung stammt von der Uni Tübingen und ist zehn Jahre alt). „Wir nennen uns ja immer auch Sportstadt“, sagte der OB. Jetzt weiß er, dass die Aussage begründet ist. 16 341 Mitgliedschaften in sportorientierten Vereinen gibt es in der Stadt.

Der Förderverein Hohenberghalle und der Turnverein 18-61 unterstützen die Stadt bei der nächsten Runde. Nur mit ehrenamtlicher Arbeit lasse sich das nicht mehr erledigen, sagte Fördervereins-Chef Hermann Sambeth. TVR-Geschäftsführer Norbert Vollmer erklärte: „Wir spielen nicht die erste Geige.“ Aber es ist klar, dass der größte Verein auch kräftig hilft, etwa mit Ina Dittus, 28, Assistentin der Geschäftsführung, und mit Eventmanager Philipp Vollmer, 30.

Norbert Vollmer sagte, „Mission Olympic“ erfordere mehr und stringentere Aktion als etwa die Aktion „Deutschland bewegt sich“. Hinter der „aktivsten Stadt“ stehen Initiativen, die sich und ihren Zweck beweisen müssen; Initiativen, die nicht nur im engeren Sinn Sport-Initiativen sind.

Sie alle – bestehende oder erst noch zu gründende – sollen sich bis 15. September bei der Stadt vorstellen und bewerben. Es gibt fünf Rubriken:

Kindertageseinrichtungen und Schulen;

Initiativen, die sich für Bewegung am Arbeitsplatz einsetzen;

Initiativen von Sportvereinen und anderen Sport-Anbietern;

private Initiativen und Freizeitgruppen;

Initiativen, die neue Bewegungsräume schaffen und etablieren.

Diese Initiativen können unabhängig vom Gesamtwettbewerb finanziell extra honoriert werden (bis zu 2000 Euro). Dann nämlich, wenn sie sich auch bewerben, um „Initiative des Monats“ oder „Initiative des Jahres“ zu werden (wir berichten noch im Detail).

Die Stadt wählt und bewertet nicht, sie sammelt nur, achtet auf korrektes Ausfüllen der Bewerbungsbögen und gibt sie weiter. Die Schulferien sind vielleicht ein kleiner Nachteil für baden-württembergische Städte. In der dritten Runde kämpfen die jeweils zwei bestbewerteten Städte direkt gegeneinander um den Titel.

Weitere Informationen allgemein im Internet unter www.missionolympic.de. Die Rottenburger Bewerbungsbögen für die Initiativen will der Förderverein Hohenberghalle ab heute auf seiner Homepage haben: www.hohenberghalle.de

Der Kampf um die fünfstelligen Siegesprämien ist aufwändig
„Mission Olympic“ ist ein seit 2007 jährlich ausgetragener Wettbewerb um den Titel „Deutschlands aktivste Stadt“. Damit wollen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und Coca-Cola, das die Olympische Bewegung seit 1928 unterstützt, mehr Menschen dazu animieren, Sport zu treiben.

Seit 2011 ist der Wettbewerb in drei Größenkategorien unterteilt: Städte und Gemeinden bis 25 000 Einwohner, Städte zwischen 25 000 und 75 000 Einwohner und Städte mit mehr als 75 000 Einwohnern. Die Siegerstädte erhalten je nach Größenklasse 20 000, 25 000 und 50 000 Euro, die Zweitplatzierten 6000, 10 000 und 25 000 Euro.
Wer glaubt, dass sich Hunderte oder gar Tausende von Kommunen bewerben, irrt: 23 Städte haben sich für 2013 angemeldet, alle sind in die zweite Runde gekommen. Die Höchstbewerberzahl bisher lag bei 98. Wer mitmacht, muss mit viel Arbeit rechnen und auf ein hohes Engagement seiner Einwohner bauen. Das ist in größeren Städten besonders schwierig. Deshalb ist Rottenburg unter den 23 Bewerbern für 2013 bereits die viertgrößte Stadt.


09.08.2012 - 08:00 Uhr | geändert: 09.08.2012 - 08:16 Uhr

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