Rottenburg. 14 Kanu-Teams traten am Sonntagmittag gegeneinander an. Den Beginn der Regatta hatte man extra um eine halbe Stunde auf 13.30 Uhr vorgezogen, damit auch ja alle rechtzeitig zum Fußballgucken abschwirren konnten. Jeweils zwei Teams traten gegeneinander an. Die Strecke reichte von der Kepplerbrücke stromaufwärts bis zur neuen Josef-Eberle-Brücke.
Kurz vor dem Zieleinlauf unter der neuen Brücke hatte der Kanu-Achter aus Bad Niedernau ihre direkten Konkurrenten von der Rottenburger Stadtverwaltung schon deutlich abgehängt. In der Gesamtwertung kamen die Niedernauer unter den 14 Teams aber trotzdem nur auf den 6. Platz. Bild: Ulmer
Mit einer Fahrzeit von einer Minute und 12 Sekunden gewannen acht junge Feuerwehrleute aus Hailfingen; sie feierten ihren Sieg mit Kopfsprüngen und Arschbomben in den Neckar. Die Sieger nehmen einen Wanderpokal mit nach Hause. Denn die Kanu-Regatta, so sagte Oberbürgermeister Stephan Neher bei der Siegerehrung, soll kommendes Jahr wiederholt und ausgebaut werden.
Erweitert werden soll auch die Dauer des Neckarfests. In den vergangenen Jahren gab es am Freitag immer nur das Klassik-Konzert im Dom. Doch die Brückeneinweihung am Freitagabend kam so gut an, dass die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung nun über eine Erweiterung nachdenken. Neher erwähnte die Idee bereits beim offiziellen Fassanstich am Samstagmittag. Eine Konkurrenz für das Dom-Konzert sah der OB nicht. Dem TAGBLATT sagte er: „Rottenburg ist groß genug. Da kann auch mal was parallel stattfinden.“
Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert will nun erstmal „die Vereine mit ins Boot holen“. 54 Vereine und Gruppen hatten diesmal Bewirtung und Musik organisiert. Bei der anstehenden Nachbesprechung will Geppert klären, ob sie den Freitagabend für machbar halten. Freilich werde man nur „peu-a-peu“ beginnen, möglicherweise am Freitag nur im Brückenbereich. Schließlich könne man die Sprollstraße ja nicht schon am Freitagvormittag schließen, um dort Bewirtungsstände aufzubauen.
Die Besucherzahl des Wochenendes lässt sich kaum schätzen, auf jeden Fall waren es viele Zehntausend. Manche Anbieter machten wohl etwas weniger Umsatz als im Vorjahr. Das WM-Achtelfinale am Sonntagnachmittag saugte den Trubel vorübergehend vor die Fernsehschirme; danach wurde gemütlich weiter gefeiert.
Das Feuerwerk am Samstagabend zündete erst mit 20 Minuten Verspätung. Denn kurz vorher war ein Festbesucher unterhalb der Kepplerbrücke gestürzt und hatte sich den Fuß gebrochen. Eine Frau erlitt einen Schwächeanfall. Weil an Land alles blockiert war, transportierten die Rettungskräfte die Verletzten mit dem Boot ab – und mussten dann wieder zurück in ihre Sicherheitspositionen rund um die Brücke. Erst dann konnte das THW das Feuerwerk freigeben. Bis Sonntag um 21.30 Uhr registrierte das Rote Kreuz knapp 150 „Versorgungen“ – meist Hitzeprobleme und kleine Blessuren.