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Fachfrau mit Profil als Nachfolgerin von Wolfgang Urban

Melanie Prange wird bald das Diözesanmuseum leiten

Mit dem Diözesanmuseum ist die Kunsthistorikerin Melanie Prange bereits bestens vertraut. Schließlich arbeitet sie seit fast drei Jahren dort und hat den aktuellen Bestandskatalog mit verfasst. Im März 2013, wenn Wolfgang Urban in den Ruhestand geht, übernimmt sie die Leitung.

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Frank Rumpel

Rottenburg. Für die sakrale Kunst hat sich Melanie Prange schon während ihres Studiums der Kunstgeschichte interessiert. „Schließlich stehen die größten künstlerischen Leistungen der Menschheit in Zusammenhang mit der Religion“, sagt die 35-Jährige. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über den aus dem 13. Jahrhundert stammenden Reliquienaltar des heiligen Adelphus im elsässischen Neuweiler und promovierte anschließend über den mittelalterlichen Domschatz von Konstanz. Was die ausgewiesene Fachfrau an der neuen Aufgabe reizt, ist, wie sie im Gespräch mit dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT sagt, „die Verbindung von Theologie und Kunstgeschichte, von Katechese und Museumsdidaktik“.

Haben schon viel und gut zusammengearbeitet: Noch-Diözesanmuseumsleiter Wolfgang Urban und seine ... Haben schon viel und gut zusammengearbeitet: Noch-Diözesanmuseumsleiter Wolfgang Urban und seine Nachfolgerin Melanie Prange. Hier zeigen sie dem Fotografen anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Museums die Madonna eines italienischen Renaissance-Meisters. Bild: Eisele

Bevor sie nach Rottenburg kam, hat Melanie Prange unter anderem in der Schlösserverwaltung des Landes und im baden-württembergischen Landesarchiv gearbeitet. „Aber ich wollte wieder was mit Kunst zu tun haben“, sagt sie. Deshalb habe sie sich für die Stelle im Diözesanmuseum beworben. Ab März 2010 kümmerte sie sich zunächst um die Inventarisierung des Bestands. Im Mittelpunkt standen die spätmittelalterlichen Tafelgemälde. „Das sind unsere kostbarsten Stücke“, sagt sie. Da galt es beispielsweise, den Forschungsstand zu aktualisieren. „Wir hatten dafür unter anderem Kontakt zum Metropolitan Museum of Art in New York oder zum Museum of Art in Philadelphia“, erzählt Prange. Die Arbeit führte bei manchen Werken zu neuen Zuschreibungen oder Lokalisierungen. „Das war toll.“ Und auch als Grundlage für ihre künftige Aufgabe war die wissenschaftliche Aufarbeitung der Bestände ideal.

Zum 150-jährigen Bestehen des Diözesanmuseums verfasste Prange zusammen mit Wolfgang Urban den über 500 Seiten starken Bestandskatalog des Museums, konzipierte die Sonderausstellung „Glaubenshorizonte – Sammlungshorizonte“, in der der theologische Inhalt einiger Hauptwerke des Museumsbestandes sichtbar gemacht wird, und dazu eine Vortragsreihe mit Beiträgen zur Kunst des späten Mittelalters.

Wolfgang Urban, der das Museum seit 1992 leitet und im März in Ruhestand geht, sieht die Stelle mit Melanie Prange gut besetzt. „Sie ist wissenschaftlich versiert, hat einschlägig zu sakraler Kunst gearbeitet, an ihrer Kompetenz gibt es keinen Zweifel. Ich übergebe das in gute Hände.“ Zum Bewerbungsverfahren selbst kann Uwe Renz, Pressesprecher der Diözese, nur so viel sagen: „Es gab einige Bewerber und da waren sehr gute Leute dabei.“ Prange konnte mit den Themen, zu denen sie bereits gearbeitet hat, überzeugen. Renz beschreibt sie, auch mit Blick auf die noch bis 2. Februar laufende Sonderausstellung, als „sehr kreativ und sehr kompetent“.

Melanie Prange will sich ab März zunächst drei Themen widmen: „Es ist immer schön, den Bestand zu erforschen, aber das allein kann es nicht sein.“ So soll das Diözesanmuseum endlich eine eigene Homepage bekommen und die Museumsdidaktik mit verschiedenen Themenschwerpunkten, etwa mit einer Führung für Kinder, weiter ausgebaut werden. An der jetzigen Dauerausstellung will Prange nichts verändern. „Sie ist sehr gut konzipiert und ideal präsentiert.“ Sonderausstellungen sollen auch künftig abwechslungsreich sein und modernen Künstlern Platz einräumen. Wolfgang Urban ist zuversichtlich: „Jeder, der neu auf so eine Stelle kommt, muss sein eigenes Profil entwickeln und dafür auch die Möglichkeit haben, zusammen mit seinen Leuten zu gestalten.“

22.12.2012 - 08:30 Uhr

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