Kindergarten-Projekt „KulturInFluss“ präsentiert sich im Nepomukhaus
Fast monochrom blau in blau zeigt sich die Scheuer des Hauses am Nepomuk noch bis Sonntag: Der Kindergarten Dätzweg stellt dort sein Propjekt „KulturInFluss“ aus.
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willibald ruscheinski
Woraus besteht eigentlich ein Tropfen Wasser? Die Kindergartenkinder Merjem, Sebastian und Tim wollen es genauer wissen.Bild: Faden
Rottenburg. Woraus besteht ein Tropfen? Welche Farbe hat das Wasser? Und wie „scheint es die Sonne wieder hoch in den Himmel“? Fragen rund ums feuchte Element gehen die Kinder des Kindergartens im Dätzweg seit dem Herbst nach – in einem fächer- und medienübergreifenden Projekt, das von der Robert-Bosch-Stftung gefördert wird. Dabei gehe es nicht bloß um Wissensvermittlung, sagte deren Projektassistentin Maria Trini bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend: „Kreativität und Innovationskraft sollen früh gefördert werden.“
Weil Flüsse auch Nationen verbinden und der Dätzweg von den Elternhäusern her ein multikultureller Kindergarten ist, sahen sich die ersten Ausstellungsbesucher in fast einem Dutzend verschiedener Sprachen begrüßt. Und konnten an einem Ritual teilnehmen, mit dem die Kinder – unter Anleitung von Sabine Niethammer und begleitet von Musikerin Christiane Baumann – das ewige Auf und Nieder des Wassers zwischen Flussbett und Wolken darstellten.
Kaum übersehen lässt sich im Haus am Nepomuk, dass „KulturImFluss“ nicht nur ein interdisziplinäres, sondern auch ein ausgesprochen gut dokumentiertes Projekt ist. So zeigt eine Vitrine, was die Kinder unter Anleitung der Biologin Karin Kilchling-Hink experimentell erforscht haben. Gläser mit „altem Schnee aus dem Garten“ oder „Wasser aus alten Autoreifen“ stehen da; Schautäfelchen erklären, wieso ein Tropfen rund ist. Auch Künstlerin Karin Müller überließ die Inspiration zur gestaltenden Weiterverarbeitung nicht dem Zufall. Die Kinder sahen sich vorher den gar nicht so blauen Neckar an, aber auch Einschlägiges von Monet, ehe sie selbst ihre Bilder von Korallen, Schneegestöbern oder Wassermonsten malten, die nun an den Wänden des Nepomukhauses hängen.
Vollends zur Entdeckungsreise mit Tiefsee-Effekten lädt der Kindergarten in ein verdunkeltes Seitenabteil der Nepomukscheuer. Dort stößt der Betrachter in großen Kästen auf quietschbunte Unterwasserlandschaften, die er mit der Taschenlampe erkunden muss.
Info Offen ist die Ausstellung noch heute und morgen jeweils von 10 bis 16 Uhr,. Am Sonntag um 14.30 Uhr bietet Sabine Niethammer eine weitere Führung „Mama Muh guckt Kunst“ an.