Neun Jägersitze sind in der Nacht zum Montag in dem Wäldchen zwischen Seebronn und Oberndorf angesägt, umgesägt und umgeschmissen worden. „Das ist schon eine Serienstraftat, die Hand und Fuß hat“, sagt Tübingens Polizeisprecher Ewald Raidt.
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Neun Hochsitze zwischen Seebronn und Oberndorf fielen.Archivbild: Kuball
Oberndorf/Seebronn. Dass es vereinzelt immer mal wieder zu Beschädigungen von Hochsitzen kommt, ist keine Seltenheit. Vor einigen Jahren war ein Hochsitz bei Eckenweiler umgeworfen worden, im April 2010 warf jemand einen Jägersitz den Wurmlinger Steinbruch hinab. Aber neun Sitze in einer Nacht? „In dieser Häufung“, sagt Polizeisprecher Raidt, „hat es das im ganzen Kreis Tübingen noch nicht gegeben.“
Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei waren der oder die Vandalen irgendwann zwischen Sonntag, 16.30 Uhr, und Montagmorgen, 6 Uhr, in dem Wald zwischen Oberndorf und Seebronn zugange. Mit einer Handsäge wurden die Hölzer an-, die Pfosten zum Teil auch ganz durchgesägt und die Jägersitze hernach allesamt umgeschmissen. Zu einer direkten Gefährdung der Jäger kam es dadurch nicht, wohl aber zu einem Schaden in Höhe von rund 6000 Euro. „Dass eine Motorsäge im Einsatz war, können wir nach bisherigem Erkenntnisstand ausschließen“, sagt Raidt.
„Abends in der Dämmerung standen die Hochsitze noch“, sagt Alfred Schach, der gestern Früh in einem der betroffenen Waldgebiete war, als ein Jagd-Kollege den Schaden bemerkte. Der Hochsitz, den sich Schach für diesen Morgen ursprünglich ausgeguckt hatte, stand zwar noch. „Aber es war ja noch stockdunkel, deshalb habe ich mich nicht rauf getraut. Wenn was nur angesägt ist, sieht man das ja nicht.“ Deshalb werden die Jäger um Rottenburg in den kommenden Tagen alle Sitze kontrollieren. „Es gab schließlich schon Fälle, in denen in sechs Metern Höhe Sprossen angesägt worden sind“, sagt der stellvertretende Hegeringleiter Ulrich Guhl. „Da geht es dann um Leib und Leben.“
Wer in dieser Nacht am Werk war, darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Ein Bekennerschreiben, wie das des „Rächers der toten Bambis“, das 2004/2005 landesweit Aufsehen erregte, ist bislang nirgends eingegangen. „Im Moment können wir deshalb auch blanken Vandalismus nicht ausschließen“, sagt Polizeisprecher Raidt. Viele der Jäger halten das aber für unwahrscheinlich und vermuten, dass es sich um eine Aktion von Tierschützern beziehungsweise Jagdgegner handelt. „Einer allein kann das in der Nacht sowieso unmöglich geschafft haben“, sagt Alfred Schach. Und auch der betroffene Jagd-Pächter Klaus Osterried, dem vier Kanzeln zerstört wurden, ist sich sicher: „Das war ganz gezielt, da waren Kriminelle am Werk.“ ik
Info Wer Hinweise auf den oder die Täter geben kann oder etwas Verdächtiges bemerkt hat, wendet sich an den Polizeiposten in Ergenzingen unter 0 74 57/93 80 70.