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Saloonfasnet der Stadtkapelle

He-Man contra Hot und Nearer am Marterpfahl

Zur „Saloon-Fasnet“ lud die Stadtkapelle Rottenburg am Samstag in die Festhalle. Im Gegensatz zum Vorjahr anders als im Vorjahr, als das Programm auf die ganze Welt abzielte, ging es diesmal um den Wirrwarr um die Stadtkapelle selbst während der vergangenen Monate – und das im Gewand von Cowboys und Indianern.

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werner Bauknecht

Saalfasnet: Die Stadtkapelle im Wilden Westen

Rottenburg. Schon die hauseigene Kapelle Buffalo Hille and his Humtatas spielte im zünftigen Indianerdress auf, dann kam als Bühnen-Hauptattraktion des Abends ein Mitmach-Western. Nur leicht verklausuliert in der Namensgebung, erzählten die Schauspieler in den Reihen der Stadtkapelle die Geschichte von Charles Henry Hot (alias Karlheinz Heiss), Arnie He-Mans (Arno Hermann) und, in einem Nebenstrang, wie Bürgermeister Steve Nearer (Stephan Neher) schließlich die große Liebe fand. Titel des Programms: „Showdown in RottenCity.“

Indianerklamauk mit Marterpfahl: Steve Nearer (alias Roland Neu) entgeht den Tomahawks nur ... Indianerklamauk mit Marterpfahl: Steve Nearer (alias Roland Neu) entgeht den Tomahawks nur knapp.Bild: Groebe

Alle Zutaten zu einem großen Westernepos wurden aufgefahren. Da war die verruchte Kneipe „Silly Villa Saloon“ und ihre Mädels-Tanzgruppe „Dancing Dolls“, die frivol den Cancan gab – auffällig nur die vielen behaarten Beine.

Dann der Indianerstamm der „Stakaro“-Rothäute, die führungslos waren, weil der alte Häuptling zum Medizinmann wurde, die aber von einen Schatz im „Rolu-See“ wussten. Und natürlich eine zünftige Pokerrunde, bei der Nearer alles verlor, Hot durch Falschspielerei alles gewann. Die Saloon-Miezen sorgten für die Erotik.

Tobias Maier als Erzähler, unter dem schon mal der Liegestuhl ungeplant zusammenbrach, hielt die Geschichte zusammen. Und rief das Publikum zu allerlei Spielen auf, bei denen Bälle geworfen oder Bier auf dem Tresen verspritzt werden durfte. Der siegreiche OB erlaubte He-Man und Hot, für das neu geplante Großgefängnis den „Gefangenenchor“ aus Nabucco zu spielen. Die Rivalen aber wollten es ausfechten,.

Skurril der Showdown der Duellanten: Der eine hielt sein Blasinstrument in der Hand, der andere ein Miniklavier; dazu intonierte die Kapelle die Melodie aus „Zwölf Uhr mittags.“ Zwei Schüsse, und der Totengräber nahm beide mit.

Nearer wurde von Indianern an den Marterpfahl gefesselt; doch ehe das Tomahawk-Werfen begann, rettete ihn eine Squaw – Liebe auf den ersten Blick. „Ich will ’nen Cowboy als Mann“ wurde zum Liebesreigen geschmettert, und die „RottenCity Post“ gab eine Sonderausgabe heraus. Geschrieben hatte die launige Geschichte Agnes Maier. Ein wenig Vertrautheit mit den Interna der Stadtkapelle setzte der Plot allerdings voraus.

Nach dem Ausmarsch der Darsteller mit „Komm, hol das Lasso raus“, sorgte die Cover-Band Pop nach 8 für eine volle Tanzfläche. Zu vorgerückter Stunde waren der Rundling, in dem es Musik von Toadie DJ gab, und die Halle gut gefüllt. Und unter sehr vielen Cowboys und Indianern konnte man sich durchaus wie in einem Western vorkommen.

06.02.2012 - 08:30 Uhr

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