per eMail empfehlen


   

Standhaft geblieben

Gedenken für Eugen Bolz in der Morizkirche

In seiner Gedenkrede für den vor 68 Jahren von den Nazis ermordeten Rottenburger Ehrenbürger Eugen Bolz ging OB Stephan Neher gestern auch auf die aktuelle Eschenburg-Debatte ein.

Anzeige


Ulrich Eisele

Rottenburg. In einem Gottesdienst gedachten Vertreter der Kirche und Stadt sowie Familienangehörige gestern in der Morizkirche des ehemaligen Staatspräsidenten Eugen Bolz, der 1881 in Rottenburg geboren wurde. Am 23. Januar 1945 wurde der Zentrumspolitiker wegen seiner Beteiligung am missglückten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Einen Kranz legte Rottenburgs Oberbürgermeister gestern vor der Büste des von den Nazis ermordeten ... Einen Kranz legte Rottenburgs Oberbürgermeister gestern vor der Büste des von den Nazis ermordeten Staatspräsidenten Eugen Bolz (1881 bis 1945) nieder. Mitglieder der AV Guestfalia salutierten – der katholischen Studentenverbindung gehörte Bolz während seiner Tübinger Studienjahre an. Bild: Sommer

Nach einer von Dompfarrer Harald Kiebler zelebrierten Messe hielt Oberbürgermeister Stephan Neher eine Rede, in der er auch auf die Debatte um die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft für den Tübinger Politologen Theodor Eschenburg einging. Bolz sei standhaft gegen die neue Staatsmacht der Nazis geblieben, stellte Neher fest und leitete daraus zur Frage über, warum seine frühzeitigen Mahnungen von niemand ernst genommen wurden.

Viele „kleine Rädchen“, darunter auch Eschenburg, hätten zum Funktionieren des NS-Staates beigetragen, sagte Neher. Auch wenn dessen Fehlverhalten in der NS-Zeit verzeihbar sei, so disqualifiziere es den Tübinger Politologen doch als Ehrenbürger – trotz seiner Verdienste um den Aufbau der Bundesrepublik: „Ein Ehrenbürger muss in allen Belangen seines Lebens Vorbild sein“, forderte Neher.

Auf TAGBLATT-Nachfrage verwies Neher hinterher auf den Wurmlinger Pfarrer Stefan Kruschina, den man wegen eines Missbrauchsfalls „sofort aus der Rottenburger Ehrenbürgerliste“ gestrichen habe.

24.01.2013 - 08:00 Uhr | geändert: 24.01.2013 - 08:14 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

150 Jahre Feuerwehr Ofterdingen

Jazz & Klassik in Rottenburg

Rock of Ages 2014

Afrikafest in Tübingen

700 Jahre Bürgerwache Rottenburg

Dorfstraßenfest Kirchentellinsfurt

10. Tübinger Rosenfest

Der zehnte 24-Stundenlauf von Dettenhausen

Drei Tage umsonst und draußen: Das achte KuRT-Festival hat eröffnet

Grillen wie ein Profi

Tübingen fiebert mit der National-Elf im Finale

So feierten Tübingen und Reutlingen den WM-Titel

Hoch zu Ross: Die Stadtgarde feierte

Tübinger Fußballfans nach dem 7:1 im WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien

Busfahrer-Warnstreik am 8. Juli 2014 im Tübinger Stadtverkehr

Busfahrer-Streik im Tübinger Stadtverkehr

Fest im Französischen Viertel

In Dusslingen wurde der Acker gerockt

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Wie dieser umgestürzte Pflaumenbaum auf dem Steinenberg gingen in den letzten Tagen viele Obstbäume ...

Wissen, was war

Die Woche vom 19. bis 25. Juli: Brutaler Angriff auf dem Holzmarkt, übervolle Obstbäume und Busfahrer im Streik

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse

Ein Haus mit schönen Töchtern

Die Neckarhalde galt als „reizvolle Lage mit schönen Gärten bis an den Fluß“. So beschrieb das SCHWÄBISCHE TAGBLATT in seiner Rubrik „Die Straße der Berühmtheiten“ die Neckarhalde in der Ausgabe vom 1. August 1947. Namentlich erwähnt wurde darin auch das Gebäude in der Neckarhalde 32, das andere Eigentümer hatte, bevor es 1931 in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde überging.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion