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Neun Jahre bis zum Abitur

Eugen-Bolz-Gymnasium nimmt am G9-Schulversuch teil

Am Eugen-Bolz-Gymnasium ist ab dem Schuljahr 2013/14 wieder das Abitur nach neun Jahren möglich. Als einziges Gymnasium im Landkreis bekam die Schule vom Kultusministerium den Zuschlag für die Teilnahme an einem landesweiten G9-Versuch.

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Hete Henning

Rottenburg. Der neue Kultusminister Andreas Stoch wollte die Auswahl der 22 Gymnasien, die dieses Jahr in den G9-Versuch einsteigen dürfen, erst heute Vormittag verkünden. Die Tübinger Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid (SPD) versandte aber schon gestern Mittag eine Pressemitteilung, in der sie die Entscheidung des Kultusministeriums fürs Eugen-Bolz-Gymnasium begrüßte. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler und ihre Familien könnten sich freuen, so Haller-Haid. Auch den Vereinen tue es gut, wenn im Wochenplan der Kinder „wieder ein bisschen mehr Luft für Sport, Musik und Muße“ sei.

Am Eugen-Bolz-Gymnasium sollen künftig mindestens zwei Klassen pro Jahrgang, vielleicht aber auch ... Am Eugen-Bolz-Gymnasium sollen künftig mindestens zwei Klassen pro Jahrgang, vielleicht aber auch alle wieder mehr Zeit zum Lernen haben. Bild: Schneck

Auch der Landtagsabgeordnete der Grünen, Daniel Lede Abal, äußerte sich lobend: Die Entscheidungskriterien des Kultusministeriums seien „transparent“ gewesen. Unter anderem habe es eine Rolle gespielt, ob es in der Nähe andere Möglichkeiten gebe, nach der Grundschule in neun Jahren das Abitur zu erreichen. In Rottenburg ist das an den Wirtschaftsgymnasien der katholischen St. Klara-Schule sowie der Beruflichen Schule möglich.

80 Prozent der Eltern und sogar 86 Prozent des Lehrerkollegiums am Eugen-Bolz-Gymnasium hatten sich im Herbst für eine Teilnahme am G9-Schulversuch ausgesprochen; der Rottenburger Gemeinderat billigte die Bewerbung mehrheitlich. Auch das Dußlinger Karl-von-Frisch-Gymnasium reichte eine Bewerbung ein, ging jetzt aber leer aus – pro Landkreis bekam nur ein Gymnasium den Zuschlag. Insgesamt bewarben sich im Herbst 52 Schulen aus dem ganzen Land für den Versuch, der bis 2023 laufen und dann ausgewertet werden soll. 22 Gymnasien starteten bereits vergangenes Jahr mit G9-Zügen.

Explosionsartiger Start

der Vorbereitungen

Während sich der Dußlinger Rektor Fritz Gugel gestern „sehr enttäuscht“ zeigte, war EBG-Rektor Horst Simschek hocherfreut, als er durch den Anruf des TAGBLATTs von der Entscheidung des Kultusministeriums für seine Schule erfuhr. „Gut, klasse!“ waren seine ersten Worte. Er und das Lehrerkollegium würden jetzt „explosionsartig“ mit den Vorbereitungen aufs kommende Schuljahr beginnen.

„Zwei Geschwindigkeiten zum Abitur am allgemein bildenden Gymnasium“ ist der offizielle Titel des G9-Schulversuchs. Voraussetzung war, dass pro Schule mindestens zwei Züge, also zwei Klassen pro Jahrgang innerhalb von neun Jahren zum Abitur geführt werden. Das Eugen-Bolz-Gymnasium hat derzeit vier bis fünf Klassen pro Jahrgang.

Am liebsten die ganze Schule umschalten

Wenn genügend Anmeldungen kämen, wäre es möglich, die ganze Schule „auf G9 umzuschalten“, sagt Simschek, dem diese Lösung aus organisatorischen Gründen am liebsten wäre. Wie das funktioniere, habe das Gymnasium in Laichingen gezeigt, das vergangenes Jahr den G9-Versuch startete und „förmlich überrannt“ worden sei. Auch Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert kann sich das EBG „grundsätzlich als komplettes G9-Gymnasium vorstellen“.

Für Schüler, die nach acht Jahren Abi machen wollen, stünde dann in Rottenburg noch das zwei- bis dreizügig geführte Paul-Klee-Gymnasium zur Verfügung. Auch am katholischen St. Meinrad-Gymnasium wird das achtjährige Abitur angeboten, und an der Schule St. Klara ist es – bei Auslassung der 10. Klasse – ebenfalls möglich.

Bei den weiteren Planungen steht das EBG jetzt laut Simschek vor einem Problem: „Wir wissen noch gar nicht, wie viele G9-Schüler wir bekommen werden.“ Kämen nur zwei oder drei G9-Züge zustande, müsse unter Umständen das ausgefeilte Wahlprogramm – angeboten werden etwa Musikzug oder Bilingualer Zug – ausgedünnt werden. „Bei einer Mischung aus G8- und G9-Klassen“, so Simschek, „ließe sich das volle Wahlprogramm kaum noch organisieren.“

Schnuppertag für derzeitige Viertklässler am 12. März
Der Schnuppernachmittag, an dem sich das Eugen-Bolz-Gymnasium derzeitigen Viertklässlern und ihren Eltern vorstellt, ist am Dienstag, 12. März, von 16 bis 19 Uhr. An diesem Tag will die Schule auch darüber informieren, wie sie die derzeit auf acht Jahre angelegte Kontingentstundentafel auf neun Jahre dehnen will. Laut EBG-Rektor Horst Simschek ist pro Woche mit durch zwei Stunden weniger Unterricht zu rechnen.
Das EBG stehe grundsätzlich auch für Schüler aus Tübingen offen, sagt Simschek. Die Universitätsstadt, aus der sich kein Gymnasium für den G9-Versuch beworben hatte, sei per Bahn nur zehn Minuten entfernt. „Wir haben hier Schüler aus dem Gäu, die sind mit dem Bus 45 Minuten unterwegs.“


24.01.2013 - 08:30 Uhr | geändert: 25.01.2013 - 10:00 Uhr

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