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Die Schule bleibt noch im Dorf

Es wird weiterhin an kleinen Grundschulen unterrichtet

Seit März 2011 wackelt in der baden-württembergischen Bildungslandschaft so manches. Grün-Rot krempelt um. Auch in der Diskussion um die regionale Schulentwicklung tauchte immer wieder die Frage auf: Welche Schulen müssen schließen weil sie zu klein sind? Rottenburger Grundschulen nicht.

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Christine Laudenbach

Rottenburg. Die Schülerzahlen sind rückläufig, und das seit Jahren. Bis auf wenige Ausnahmen gehen die Anmeldungen an den Grundschulen im Land zurück. In Zeiten klammer Kassen kursiert da immer wieder die Frage, ob kleine Schulen in Teilorten überhaupt noch zu finanzieren sind. Anders gefragt: Steht die Dorfschule vor dem Aus? Seit Grün-Rot eine regionale Schulentwicklung diskutiert, fürchten wieder manche Eltern um die Grundschule.

Roland Hocker, Leiter des Staatlichen Schulamtes Tübingen, weiß von keiner Grundschule, die dichtgemacht werden soll – unabhängig davon, wie viele Abc-Schützen eingeschult werden. „In dieser Legislaturperiode gibt es keine Schließungen im Land“, sagt Hocker. Selbst Einklassengrundschulen bleiben, wenn sie bei den Eltern auf Akzeptanz stoßen.

Für Rottenburg ist Schwalldorf-Frommenhausen das beste Beispiel. Im vergangenen Jahr bekam die einzügige Grundschule eine neue Rektorin, keine Schließung in Sicht. Im Zusammenhang mit dem Schulentwicklungsplan taucht immer wieder ein Richtwert von 40 Schülern pro Jahrgang auf, der für den Fortbestand einer Schule genannt wird. Hocker sieht auch da keinen Zusammenhang mit den Grundschulen.

Auch der Leiter des Rottenburger Schulamtes, Karlheinz Geppert, sieht keinen der 14 Rottenburger Standorten in Gefahr. Die Stadt als Schulträgerin bezieht da „klar Position“. Im Gegenteil: Geppert spricht auf Nachfrage von „ganz konkreten Plänen“, die auch oder gerade für „kleine Schulen“ in den Teilorten erarbeitet werden. Als besonderen Schwerpunkt nennt der Amtsleiter die Ganztagesbetreuung, die es voranzutreiben gelte. Nach dem Kindergarten entsteht oftmals eine Lücke in der Betreuung, die auch auf dem Land geschlossen werden soll, und zwar mit individuellen Plänen für die jeweilige Schule. „Kein Einheitskonzept wird über die Stadt gelegt“, sagt Geppert. Im Übrigen haben die Rottenburger auch noch das Wahlversprechen von Oberbürgermeister Stephan Neher, der Kindergärten und Schulen möglichst erhalten will.

Regionale Schulentwicklungsplanung
Oberstes Ziel einer regionalen Schulentwicklungsplanung ist es laut Stellungnahme des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, ein „leistungsfähiges Schulangebot zu erhalten“. Gesellschaftliche und demografische Entwicklungen werden dabei berücksichtigt. Die Planer streben „ein möglichst ausgewogenes Angebot an Schulen“ an, um unterschiedliche Schulabschlüsse möglich zu machen. Im Fokus sind also die Sekundarschulen.
Die Planung, wo welche Schule bleiben soll, ist noch nicht abgeschlossen. Als eine Voraussetzung gilt derzeit eine Mindestschülerzahl von 40 pro Jahrgang beziehungsweise die Zweizügigkeit der Schule. Auch kommende Generationen sollen so nah am Wohnort wie möglich zur Schule gehen können. Bei der Finanzierung haben Land und Schulträger darauf zu achten, die Ressourcen „zielgerichtet und effizient“ ein zusetzen.
Die Landespolitiker wollen die Planung gemeinsam mit den Schulbehörden und Schulträgern, den regional- und kommunalpolitischen Entscheidungsträgern angehen.


25.01.2013 - 08:30 Uhr

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