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Auch außerhalb der Fasnet Präsenz zeigen

Die Narrenzunft lud zur Ü30-Party in die Festhalle

Am Samstag war wieder mal Ü30-Party („über 30“) in der Festhalle. Erstmals trat die Rottenburger Narrenzunft als Mitveranstalterin auf. Mehr als 500 Tänzer/innen kamen.

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Martin Zimmermann
Artikelbild: Die Narrenzunft lud zur Ü30-Party in die Festhalle

Rottenburg. Narren sah man am Samstagabend nur in Zivil – und meistens bei der Arbeit am Einlass und hinter den Theken. Auch Zunftmeister Michael Rehbein inspizierte die Veranstaltung inkognito in Anzug und Krawatte ohne Narrenkappe.

Zur Happy Hour vor 20 Uhr verloren sich nur wenige Gäste in der Festhalle. „Es ist ein Trend der letzten Jahre, dass die Leute zu Ü30-Partys später kommen“, sagt Organisator Wolfgang Siwik. „Früher gab es Pärchen, die kamen um sieben, tanzten drei Stunden und gingen dann heim, weil sie nur bis zehn einen Babysitter hatten. Und danach kamen dann die Partysäue.“ Der 32-jährige Betriebswirtschafts-Student organisiert bereits sei fünf Jahren Ü30-Partys in Rottenburg. Siwik erklärt auch, warum es keine Ü40-Partys gibt: „Ü30-Partys sind meist Ü40-Partys. Sie würden aber als Ü40-Party nicht funktionieren, weil Frauen mit Mitte 40 hören wollen, dass sie noch als Anfang 30 durchgehen.“

Bisher organisierte Siwik die Partys in Eigenregie. Er stellte allerdings fest, dass die meisten Gäste aus Herrenberg, Böblingen und Balingen und nicht aus Rottenburg kamen. Da es sehr aufwändig sei, die ganze Region zu plakatieren, sei das wirtschaftliche Risiko bei diesen Veranstaltungen recht groß. Deshalb will Siwik die Partys künftig nur noch gemeinsam mit örtlichen Vereinen organisieren. „Mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern haben die Vereine natürlich ganz andere Möglichkeiten.“ Vereine könnten günstigere Getränkepreise verlangen, weil sie keine Personalkosten haben und zögen mehr einheimische Besucher an.

Die Narrenzunft arbeitet bereits seit mehreren Jahren bei der Ü30- Party am Fasnetssamstag mit Siwik zusammen. Narrenrat Rolf Eissler sagte, die Ü30-Party im Oktober sei „für beide Seiten ein Testlauf“. Generell wolle die Narrenzunft auch außerhalb der Fasnet präsenter werden. Die Mitglieder könnten ihren Jahresbeitrag durch Arbeitsstunden bei der Fasnet und außerhalb der Fasnet reduzieren.

Die Einnahmen aus der Ü30-Party bräuchten die Narren für die Abzahlung der Kredite für die Zunfthausrenovierung: „Wir wollen, dass das Zunfthaus wieder uns gehört und nicht mehr der Bank.“ Laut Eissler bekommt die Zunft die Festhalle von der Stadt nicht günstiger überlassen: „Jeder Verein bekommt sie einmal und das ist bei uns natürlich an der Fasnet. Darüber hinaus müssen wir die Halle für den normalen Preis mieten.“

An der Fasnet hat Eissler auch Erfahrungen mit den Nachbarn der Festhalle gemacht. Deshalb achtete er am Samstag darauf, dass der Disc-Jockey die Musik nicht zu laut abspielte. Gegen halb elf wurde es auf der Tanzfläche immer voller. „So ist es gerade richtig. Wenn es noch voller wäre, könnte man nicht mehr richtig tanzen, sondern würde sich nur noch auf die Füße treten,“ fand eine Gruppe von Mittvierzigerinnen. Ihr größtes Problem: „Wie kriegen wir unsere zögernden Ehemänner vom Bierbrunnen weg und auf die Tanzfläche?“ Am späteren Abend verloren die Herren dann doch noch ihre Tanzhemmung.

24.10.2011 - 08:30 Uhr
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