„Wir lassen Rottenburg nicht von einer zukunftsfähigen Bahnentwicklung abhängen!“ Das sagte CDU-Fraktionssprecher Horst Schuh im Gemeinderat zu den neuesten Nachrichten über die Regionalstadtbahn. Die Stadt will nun den Tübinger Landrat einladen.
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Gert Fleischer
Rottenburg. Das TAGBLATT berichtete am 8. Dezember und auch in der gestrigen Ausgabe über das neue Gutachten zur Planung der Regionalstadtbahn (RSB). Die Realisierung des Gesamtprojekts ist zeitlich bis zum Auslaufen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) im Jahr 2019 nicht mehr zu machen. Die damit verbundene 60-prozentige Förderung durch den Bund ist jedoch Finanzierungsvoraussetzung hier in der Region. Deshalb zerlegte die Planungsgesellschaft das Mammut-Infrastrukturprojekt in mehrere Module, von denen jedes für sich förderfähig ist.
Prellbock beim Rottenburger Bahnhof, nicht elektrifiziert. Bild: Fleischer
Daran geknüpft ist die Hoffnung, dass die GVFG-Förderung fortgesetzt wird. Im ersten Schritt sollen nach Aussage des federführenden Reutlinger Landrats Thomas Reumann die Elektrifizierung der Ermstalbahn, der Ammertalbahn sowie der innerstädtischen Strecken Tübingens und Reutlingens verwirklicht werden.
Der Vorsitzende der Rottenburger CDU-Ratsfraktion Horst Schuh erinnerte am Dienstag in der Sitzung an den einhelligen Beschluss vor einem Jahr, die Elektrifizierung der Bahnstrecke Tübingen-Horb zu fordern. Eine entsprechende Resolution wurde damals verabschiedet. Zuvor hatten die Rottenburger, angeführt von Oberbürgermeister Stephan Neher, erklärt, sie wollten nicht innerhalb des RSB-Projekts die Verbesserung des Reutlinger und Tübinger Nahverkehrs mitfinanzieren und selbst weitgehend leer ausgehen. Nicht mal ein Haltepunkt beim künftigen Einkaufszentrum auf dem DHL-Gelände war im Konzept vorgesehen.
Das jetzt vorgelegte Gutachten, sagte Schuh, weise nach, dass auch die Strecke Tübingen-Rottenburg-Horb einen eigenen Verkehrswert habe, dass sie sich rechne und als Modul für die RSB eigne. Laut Pressemitteilung aus dem Reutlinger Landratsamt soll bis zum Jahr 2019 aber nur der stadtbahngerechte Ausbau zwischen Bad Urach und Herrenberg inklusive Reutlingen und Tübingen „umgesetzt und abgerechnet werden“.
Auf Nachfrage, so Horst Schuh weiter, habe das Tübinger Landratsamt am 14. Dezember mitgeteilt, „die Gutachter hätten auf Betreiben des Landkreises Tübingen hin auch den stadtbahngerechten Ausbau der Strecke Tübingen-Rottenburg-Horb untersucht und bestätigt, dass der Kosten-Nutzen-Faktor eingehalten wird. Allerdings reiche die Zeit für andere Module außer dem genannten nicht aus. Grund seien umfangreiche Genehmigungsverfahren bei Neubaustrecken und längere Verfahrenszeiten bei Strecken der Deutschen Bahn. Deshalb solle nun nur für das „angeblich einzige Modul“, das bis 2019 realisiert werden könne, eben Bad Urach-Herrenberg, ein Förderantrag gestellt werden.
Für Schuh bedeutet das: Vor 2020 läuft für die Strecke Tübingen-Rottenburg-Horb nichts, nicht mal planerisch. Die Begründung des Landratsamts mit dem hohen Zeitbedarf „können wir nicht akzeptieren“. Schuh bat den OB „nachdrücklich, sich für eine baldige Realisierung dieses für unsere Raumschaft so wichtige Projekt einzusetzen.“
Neher lädt den Tübinger Landrat ein, dass er das Gutachten erläutere.
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