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Durchfahrtverbot für Syrien

Beim Start der Rallye noch keine feste Route

Samstagfrüh beginnt die sechste Allgäu-Orient-Rallye mit etlichen Teilnehmern aus der Region. Kurz vor dem Start suchten die Organisatoren noch nach einer neuen Route wegen der Unruhen in Syrien.

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Stephan Gokeler

Kreis Tübingen/Kreis Reutlingen. Um kurz nach 8 Uhr geht die Allgäu-Orient-Rallye von einer Startrampe in Oberstaufen im Allgäu los – jedenfalls laut Planung. „Spätestens jetzt braucht Ihr Gelassenheit und müsst deutsche Gründlichkeit und Pünktlichkeit etwas zurückstellen. Genießt das, denn die Araber sagen, dass sich die Welt weiter dreht, ob Du hektisch bist oder nicht. In Shallah wird der Zeitplan eingehalten. Aber nur In Shallah“, heißt es in einer Information der Veranstalter an die Teilnehmer.

Artikelbild: Beim Start der Rallye noch keine feste Route

Mehr als 300 alte Autos mit je zwei Personen Besatzung machen sich in Dreierteams auf den Weg ins jordanische Amman, darunter auch mehrere Rallye-Mannschaften mit Mitgliedern aus der Region. Das „Äffle-und-Pferdle“-Doppelteam mit Piloten aus Kusterdingen, Kirchentellinsfurt, Reutlingen und Pliezhausen haben wir bereits ausführlich im TAGBLATT vorgestellt. Im Calwer „Oriental Proms“-Team ist mit Elke Schwarzer zudem eine Rottenburgerin mit von der Partie. In einem Rallye-Blog werden wir in den kommenden beiden Wochen in unregelmäßigen Abständen von den Erlebnissen der Teams auf ihrer Fahrt berichten.

Erst vor wenigen Tagen musste Syrien wegen einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aus der geplanten Rallyeroute genommen werden. Wegen der Unruhen dort bemühen sich die Organisatoren um Alternativen. Laut Daniel Gramer vom Äffle-und-Pferdle-Team lautet der momentane Plan, von der Türkei mit einer Fähre nach Zypern überzusetzen. Nachdem der türkische und der griechische Teil durchquert wurden, soll wiederum eine Fähre die Fahrzeuge und ihre Besatzungen entweder nach Israel oder nach Ägypten bringen. Von dort aus ist Amman dann auf dem Landweg erreichbar, ohne dass syrisches Territorium durchquert werden muss.

Ein defektes Differential am Auto von Daniel Gramer wurde vor wenigen Tagen kurzfristig durch ein Teil aus einem anderen Daimler ersetzt, den das Team eigens zum Ausschlachten erworben hatte. Beim Teamkollegen Hans Bayer aus Pliezhausen verabschiedete sich vor drei Tagen noch der Kühler. Ansonsten seien die Vorbereitungen bestens verlaufen, berichtet Gramer. In der Tübinger Mercedes-Benz-Niederlassung Seeger waren die Daimler-Kombis, die nach den Rallyeregeln mindestens 20 Jahre alt sein müssen oder höchstens 1111,11 Euro gekostet haben dürfen, gratis auf Herz und Nieren durchgecheckt worden.

Nach einem Aufruf im TAGBLATT meldeten sich zahlreiche Leser, die Nähmaschinen für ein soziales Projekt der Jürgen-Wahn-Stiftung im syrischen Salamya zu spenden bereit waren. „Wir haben jetzt viel mehr Nähmaschinen an Bord, als wir laut Regeln mitbringen müssten“, freut sich Daniel Gramer. Sie werden vom Veranstalter zur geplanten Nähschule für Mädchen geliefert, auch wenn die Teams selbst nicht nach Syrien einreisen.

30.04.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 30.04.2011 - 08:43 Uhr

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