Kurzweilig und gut besucht war der Wurmlinger Umzug am Samstagnachmittag, wo rund 1300 Hästräger für Stimmung sorgten.
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Frank Rumpel
Die Gastgeber aus Wurmlingen führten den Umzug am Samstag an, darunter die freundlichen Weible. Bil: Faden
Wurmlingen. Die eisigen Temperaturen hielten ganz offensichtlich niemanden davon ab, nach Wurmlingen zu kommen. Die Straßenränder in der Ortsmitte waren gut besetzt mit Zuschauern, von denen auch manch Ausgewachsener zur Großverkleidung gegriffen hatte.
„Wir sind eine der wenigen Zünfte, die ihren Umzug am Samstag machen. Das wissen viele zu schätzen“, sagte Ehren-Zunftmeister Werner Foitzik, der die Wurmlinger Zunft 1978 mit gründete und das närrische Treiben zusammen mit Ehrenzunftrat Franz Fuhrer kommentierte. Der Umzug ist bei den Narren beliebt. Jedes Jahr melden sich laut Foitzik deutlich mehr an, als mitlaufen können. „Wir beschränken das immer auf maximal 40 Gruppen, sonst wird das zu lang.“
Angeführt wurde der Umzug von den Gastgebern aus Wurmlingen mit ihren diversen Gruppen, darunter die freundlichen Weible, die Weißnarrenfigur der Knöpfle oder Zunftmeister Frank Foitzik als närrisches, sich etwas karnevalesk gebärdendes Oberhaupt Graf Wurmelo auf seinem Burgwagen. Aber auch viele freie Gruppen hatten sich als Clowns, Zauberer oder Fledermäuse zwischen die Zünfte gemischt.
Deutlich dominiert wurde der Zug von Hexen- und Teufelsmasken, großnasig, schrundig, verwachsen, warzig, gehörnt. Fast jede der 37 Zünfte hatte ihre Hexen- und Teufelsfigur dabei, die allesamt reichlich Rauch und Lärm machten, Konfetti und Stroh in die Haare rieben, Ruß und Farbe in Gesichtern verteilten und mal mehr, mal weniger gewagte Pyramiden turnten. Die aus Frommern schafften es sechsstöckig.
Etliche schöne Tierfiguren waren zu sehen. Die Narhalla aus Bad Boll war mit ihrer Hasengruppe angereist. Die Langohren winkten mit überdimensionalen Mohrrüben, im Nacken die Jäger. Gerne getauscht hätten wohl einige Zuschauer mit den Bären aus Eutingen. Denn deren Fellkostüm machte einen mollig warmen Eindruck. Dem Oberbären war‘s gar so wohl, der schlug Räder.
Einen ganz eigenen Bären hatte die Zunft aus Empfingen dabei. Deren Reisbär entstand 1980, als es anscheinend nicht genug Stroh gab, um die Figur des Strohbären zu bestücken. Also nahm man stattdessen frisches Tannenreisig. Derart eingepackt konnten sich diese Bären ohne weiteres auch mal auf die Straße legen, wenn sie wieder mal ihren Treibern ausgebüchst und ein Opfer in den Zuschauerreihen gefunden hatten.
Daneben gab es einige freundlich gesonnene Weißnarren mit Schellen und vollen Bonbon-Körbchen, aber auch etliche Fleckenkostüme zu sehen, vorneweg der Wurmlinger Bajas, im Herzen eine Pestmaske, aber deutlich nach jener Zeit entworfen. Aus Frommern kam der Brennnesselmann, eine mythische Waldfigur, dessen Kostüm aus über 250 handbemalten, unterschiedlich groß geschnittenen Filzlappen besteht.
Nach dem Umzug war freilich noch längst nicht Schluss. In der Ortsmitte hatten etliche Vereine und Privatleute Zelte aufgestellt und die Garagentore geöffnet. Und nach der Straßenfasnet ging‘s zum Zunftball in die Uhlandhalle.