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Besuchermagnet Bildung

Wissenstage stießen auf großes Interesse

Die Besucher der Wissenstage forschten sich am Wochenende kreuz und quer durch sämtliche Disziplinen.

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Katharina Mayer

Reutlingen. Von A wie Astronomie bis Z wie Zitronensäure – kaum ein Interessensgebiet blieb unberührt. Hunderte Besucher drängten sich an beiden Tagen durch List- und Jahnhalle, um einen Blick auf die Stände der Aussteller zu erhaschen. Beim Schauen allein aber musste es in den meisten Fällen nicht bleiben: Nahezu überall gab es ein Mitmach-Angebot, das vor allem Kinder begeistert annahmen.

Kein Schimmer von Bildungsverweigerung bei den Jüngsten. Zu sehen gab es eher erwachsene Begleitpersonen, die ab und an einen sehnsüchtigen Blick nach draußen warfen. Zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Region zeigten neue Entwicklungen. Textilgewebe mit Lotuseffekt etwa oder ein Netzhautimplantat, das blinden Menschen das Sehen wieder ermöglichen soll.

Ganz praktisch ging es an anderen Ständen zur Sache, etwa beim Bau solarbetriebener Mini-Elektroautos oder der Herstellung eines Mini-Tornados in einer Wasserflasche, gelegentliche Aha-Effekte nicht ausgeschlossen. Wie lange man auf einem Fahrrad strampeln muss, um ein paar Lampen zum Leuchten zu bringen, erstaunte doch so manchen kleinen Tester. Und auch, dass sich Glas in einer handelsüblichen Mikrowelle herstellen lässt, gehört eher nicht zur Allgemeinbildung.

Die dritte Auflage der baden-württembergischen Wissenstage deckte in breites Spektrum ab. Von Politik über Kunst bis hin zur Biotechnologie gab es eigentlich nichts, was es nicht gab. So war es möglich, innerhalb weniger Meter ein Modell der Ariane-5-Rakete zu besichtigen, mit einer Videobrille Filme anzuschauen und deutsche Hochkultur im Schnelldurchlauf zu studieren. Ein riesiges Bücherregal erstreckte sich durch die Jahnhalle mit Titeln von Homer über Thomas Mann bis Friedrich Nietzsche. Und die musste man nicht mal alle selber lesen, ein Griff zum Kopfhörer genügte für die kleine Bildungsreise.

Nicht weit entfernt fand eine Ansammlung historischer Abspielgeräte ihren Platz. Ein Grammofon ließ sich da ebenso bewundern wie der „Volksempfänger“, über den Hitler im Dritten Reich seine Nazi-Propaganda verbreitete – allerdings ohne erklärenden Beitext.

Die recht humanoid anmutenden Elektrogeschöpfe der Hochschule waren ein Highlight bei den ... Die recht humanoid anmutenden Elektrogeschöpfe der Hochschule waren ein Highlight bei den jüngeren Besuchern der Wissenstage Bild: Haas

Gerne genutzt wurde die „Sounddusche“, die eine Reise durch die Musik quer durch alle Epochen versprach. Dass audiovisuelle Wissensvermittlung einen immer höheren Stellenwert gewinnt, ließ sich auch an diesem Gerät beobachten. Wohl selten waren Kinder so geneigt, sich die Lebensgeschichte des Klassik-Genies Mozart anzuhören. Wenn aber die Informationen aus einem Duschkopf blubbern, dann ist das wohl etwas anderes. Langweilig waren die Kurzbiografien ohnehin nicht: Mozart, nimmt der Besucher mit nach Hause, war „keine Heldenfigur, sondern ein eher hässlicher kleiner Mann.“ Seiner musikalischen Leistung tat dies allerdings keinen Abbruch. Workshops und Vorträge zu verschiedenen wissenschaftlichen Themen rundeten die kostenlose Wissenstour ab.

21.03.2011 - 07:30 Uhr

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