Fechten, spielen und die Natur kennen lernen: Ein Sommerferienprogramm für Kinder entlastet die Beschäftigten der Reutlinger Zeitwirtschaftsfirma Tisoware.
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Julia Müller
Reutlingen. Was machen Eltern mit ihren Kindern, die ganze sechs Wochen Sommerferien haben? Wenn möglich, selbst mit ihnen in den Urlaub fahren. Das funktioniert aus finanziellen und arbeitstechnischen Gründen aber in den seltensten Fällen die ganze Ferienzeit über. Wenn der eigene Urlaub aufgebraucht ist, fragen sich deshalb viele Eltern, wie sie ihren Nachwuchs den Rest der Zeit beschäftigen.
Oft helfen die Arbeitgeber nicht bei der Suche nach Lösungen. Die Reutlinger Zeitwirtschaftsfirma Tisoware, die sich selbst als familienfreundlich bezeichnet und schon mehrmals Auszeichnungen für Familienfreundlichkeit vom Land erhalten hat, entlastet Mitarbeiter/innen in der Ferienzeit. Die gesamten Sommerferien lang organisiert sie Tagesmütter, die im Notfall Kinder zu sich aufnehmen. Dieses Jahr bot der Betrieb auch wieder für zwei Wochen eine Sommerferienbetreuung.
Letzte Woche konnten die Kinder im Listhof ihre Umwelt unter dem Thema „Durch Flüsse und Bäche“ erkunden. „Moritz fand es toll“, sagt Rainer Füess von Tisoware, der selbst einen Sohn hat, der im Umweltbildungszentrum dabei war. Letzte Woche sei der begeistert nach Hause gekommen und habe ihm von der Entdeckung einer Gelbbauchunke erzählt. Diese Woche steht Fechten unter dem Motto „Die Ritter“ bei der Reutlinger Turn- und Sportgesellschaft auf dem Programm. Vormittags wird gefochten, nachmittags machen die ehrenamtlichen Betreuer/innen Ausflüge mit den Kindern, zum Beispiel in Hochseilgärten und Schwimmbäder.
Beide Wochen kosten inklusive Mittagessen jeweils zwischen 60 und 70 Euro für die Eltern. Wenn beide Programme gebucht werden, wird es billiger. Etwa ein Drittel des eigentlichen Preises übernimmt die Firma.
Acht Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren nehmen dieses Jahr am Ferienprogramm teil, das die Firma zum dritten Mal anbot. Auch die Kinder der anderen Betriebe, die sich im gleichen Haus wie Tisoware befinden, waren zur Ferienfreizeit eingeladen. „Man muss als Unternehmen Verständnis für Eltern haben“, so Füess. „Es erhöht die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter/innen und somit auch die Identifikation mit dem Unternehmen.“
Neben den Zuschüssen unterstützt die Firma die Eltern auch noch bei der Organisation. Johanna Beck übernahm die Anmeldung und Absprachen mit den Veranstaltern. „Es ist eine Erleichterung für die Eltern, wenn sie nur zu mir kommen müssen“, so Beck. Wahrscheinlich unterstützt der Betrieb die Ferienfreizeit auch in den nächsten Jahren. „Wir sind gespannt, welche neuen Betreuungsmöglichkeiten sich ergeben“, sagt Rainer Füess.