[X]
 per eMail empfehlen


   

50 Jahre Roanne – Reutlingen

Sinfonie der Freundschaft

50 Jahre Reutlingen – Roanne. Nachdem im vergangenen Jahr anlässlich des runden Geburtstags die Sektkorken an der Achalm knallten, machten die Reutlinger nun ihren Gegenbesuch an der Loire. Dabei wurde das Bündnis zwischen beiden Städten abermals feierlich bekräftigt.

Anzeige


uschi kurz
Fuhren beide in einem Renault 4 CV aus den 50-er Jahren vor: OB Barbara Bosch und Bürgermeisterin ... Fuhren beide in einem Renault 4 CV aus den 50-er Jahren vor: OB Barbara Bosch und Bürgermeisterin Laure Déroche vor dem „Théâtre Italien“. Bild: ST

Roanne. Bereits am Donnerstag war ein „Schulbus“ mit 56 Jugendlichen und Lehrern aus sieben verschiedenen Reutlinger Schulen nach Roanne gefahren. Am Freitag folgten (mit kräftiger Verspätung) zwei weitere Busse mit Vertreter(inne)n der offiziellen Delegation und verschiedener Vereinen sowie einer stattlichen Anzahl von Mitgliedern der Reutlinger Feuerwehr, die mit ihren Roanner Kollegen bereits seit 40 Jahren einen lebhaften Austausch pflegen. Weitere Gäste reisten privat an. Insgesamt weilten während des Jubiläumswochenendes rund 220 Reutlinger/innen in Roanne, womit, wie sich Oberbürgermeisterin Barbara Bosch freute, die Anzahl derer, die in den vergangenen 50 Jahren die jeweilige Partnerstadt besuchten, auf über 25 000 anstieg.

Die Stadträte Julius Vohrer, Kurt Gugel und Wolfgang Göbel studierten Samstag früh die ... Die Stadträte Julius Vohrer, Kurt Gugel und Wolfgang Göbel studierten Samstag früh die Partnerschafts-Berichte in der Roanner Tageszeitung. Bild: Kurz

Gastgeber und Gäste trafen sich Samstag früh im prunkvollen „Théâtre Italien“ zum Festakt. Philippe Lagresle, ein gebürtiger Roanner und seine Frau Susi, eine gebürtige Eningerin, die sich vor 30 Jahren beim Schüleraustausch kennen gelernt hatten, führten durch das Programm, gestaltet als „Sinfonie der Freundschaft, Opus 50“ durch die sich wie ein roter Faden Beethovens „Ode an die Freude“ zog.

Zu Beginn gaben Roanner Kinder in einem Video erfrischende Vorstellungen über Europa und Deutschland („Ein großes Land mit mehreren Häusern“) zum Besten. Am Ende spielte die Bigband de Roanne die Marseillaise und die Deutschland-Hymne. Dazwischen zeigte ein filmischer Rückblick, dass die ersten zarten Bande schon vor dem Zweiten Weltkrieg geknüpft wurden: Seit 1935 gab es Verbindungen zwischen der Roanner Textilfabrik Griffon und der Reutlinger Strickmaschinenfabrik Stoll. Obwohl Roanner Bürger während des Kriegs als Zwangsarbeiter in Reutlingen schufteten, war es später diesen Kontakten zu verdanken, dass die Städtepartnerschaft so rasch geschlossen wurde.

Madame le Maire Laure Déroche und ihre Amtskollegin Bosch ließen in ihren Ansprachen die reiche Geschichte der Städtepartnerschaft Revue passieren, wobei beide betonten, dass sie das Bündnis durchaus auch als Verpflichtung sehen. „Eine Städtepartnerschaft muss gepflegt werden, sie erfordert Anstrengung und Engagement“, so Déroche, und Bosch legte ihr Augenmerk vor allem auf die Jugend, die man für die Kooperation gewinnen müsse. Und weil kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, gab es nun Präsente: „Chère Barbara“ erhielt ein Gemälde, das Frauen im Sudan zeigt (ein Hinweis darauf, dass sich beide Städte gemeinsam in einem Schwellenland engagieren wollen). Auch Bosch ließ Bilder sprechen und schenkte der „lieben Laure“ ein Mappenwerk HAP Grieshabers, darunter ein Druck mit dem Titel: „Das Paar“.

Bevor die beiden Stadtoberhäupter den Partnerschaftseid unterzeichneten, wurde Jean Chaumette auf die Bühne gebeten. Der 94-Jährige ehemalige Stadtrat, der 1959 die Partnerschaft mit auf den Weg gebracht hatte, verlas im Wechsel mit den beiden Schülerinnen Jade und Morgan den Text der Charta und sorgte so für den anrührendsten Moment der Feier.

Zum Schluss wurde symbolisch eine „Flamme der Freundschaft“ entzündet, die am Nachmittag mit dem Oldtimer-Korso durch die Altstadt gefahren wurde. Ganz im Zeichen des Feuers stand auch das Straßenfest am Abend auf dem Marktplatz, wo Gaukler, Feuerspucker, Rugby-Spieler im Rollstuhl und Bergsteiger (sie seilten sich vom Rathaus ab) ihre Künste präsentierten. Gäste und Gastgeber formierten mit Lampions eine Freundschafts-Kette rund um den Brunnen. Dann ging es zum gemeinsamen Abendessen („Würstchen nach Winzerart“) mit anschließendem „Bal populaire“ ins benachbarte „Espace Congrès“.

Auszüge aus dem Partnerschaftseid

Die Partnerstädte verpflichten sich: den Austausch zwischen den beiden Städten in kultureller, sportlicher Hinsicht, in den Vereinen sowie auf wirtschaftlicher Ebene zu erhalten und zu fördern (gedacht ist unter anderem an Praktika), die freundschaftlichen Bande durch gemeinsame Projekte und Begegnungen der Jugend weiter zu festigen, neue Aufgaben in Angriff zu nehmen, um sich gemeinschaftlich anderen Städten in Europa und der Welt zuzuwenden und die Bruderschaft zwischen den Völkern zu fördern, konkrete Projekte zu unterstützen, die sich an den Bedürfnissen aller Mitbürger orientieren und auf Respekt und Verständnis aufbauen.

27.10.2009 - 08:02 Uhr | geändert: 27.10.2009 - 08:20 Uhr
Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Testbericht.de - vergleichen Sie über 100.000 Produkte mit Tests und Preisangeboten.