Reinhold Pix warnt vor unüberlegten Tiergeschenken
Am Montag hat der Grünen-Politiker Reinhold Pix das Tierheim Reutlingen besucht. Ein informativer Rundgang mit Hintergedanken.
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Kuscheln mit Schäferhund Xado inklusive – der tierschutzpolitische Sprecher der Grünen, Reinhold Pix, informiert sich beim Rundgang mit dem Vorsitzenden Herbert Lawo (rechts im Bild) über Mensch und Tier im Tierheim Reutlingen. Bild: Haas
Reutlingen. Zwei Kinder streicheln gerade mehrere grau-weiße Tigerkatzen, als der Vorsitzende des Tierschutzvereins Herbert Lawo seinem Besucher das Katzenhaus zeigt. Reinhold Pix, der tierschutzpolitische Sprecher der württembergischen Landtagsfraktion der Grünen kam, wollte sich ein Bild von dem Haus machen, das ihm von seiner Amtsvorgängerin als „vorbildliches Tierheim“ empfohlen worden war. Dabei nutzt er die Gelegenheit an alle Eltern zu appellieren, ihren Kindern zum Fest nicht unüberlegt ein Tier zu schenken.
„Bei mangelnder Sachkenntnis sollte es zum Fest lieber erstmal ein Buch über die Katze oder den Hund sein“, meint Politiker Pix beim Rundgang. Das findet auch Tierheimvorsitzender Lawo, denn in der Nachweihnachts- und in der Sommerferienzeit werden auch in seinem Haus die meisten Tiere abgegeben. Durchschnittlich beherbergt das Tierheim am Stadtrand von Sondelfingen an die 60 Hunde, um die 70 Katzen und zwischen 100 und 150 Kleintiere – also Hasen, Meerschweinchen und alles, was noch krabbelt und flattert.
Und die Zahl der im Tierheim abgegebenen Kleintiere steigt laut Lawo seit Jahren. Schuld daran sei der einfache Erwerb der Tiere im Baumarkt und sogar via Internethandel, bei dem weder die zukünftige Unterbringung des Tieres noch die Sachkenntnis des Käufers eine Rolle spielen. Die mangelnde Prüfung werde oft zu einem noch größeren Problem, wenn exotische Tieren erworben werden. Was für Schlangen, Spinnen, Stinktiere und Co. an Zeit, Unterbringungsanforderungen und Spezialwissen nötig ist, werde den Besitzern oft erst danach klar. Denn um eine bestimmte Schildkrötensorte artgerecht zu halten, müssen selbst die 16 angestellten Fachkräfte und die drei Auszubildenden im Tierheim oft einen ihrer drei Tierärzte konsultieren.
Doch egal ob Exot oder Hauskatze – aus diesen Gründen berät das Tierheim Reutlingen erst seine Interessenten und prüft die Unterbringung des Tieres sowie die Erfahrenheit der zukünftigen Besitzer. Die Übergabe eines Tieres erfolgt erst nach erfolgreicher Prüfung, Vertragsunterzeichnung und gegen eine Schutzgebühr. Dafür bekommt der neue Halter aus dem Katzen-, Hunde- oder Kleintierhaus des Tierheims ein kastriertes, geimpftes und entwurmtes Tier. Pix zeigt sich beeindruckt vom informativen Rundgang und den Tieren dort und meint scherzhaft beim Anblick zweier runder Freigänger-Katzen: „Da die Tiere hier alle kastriert sind, gehe ich davon aus, dass diese Katzen gut gefüttert werden.“