Listhof feierte sein Generationenfest auch mit Wasserbomben
Forschen, spielen, basteln, lernen: Mit einem riesigen Angebot feierte der Listhof am Samstag sein Generationenfest. Besonderer Höhepunkt: Das Umweltbildungszentrum wurde als vierte Unterstiftung in die Bürgerstiftung aufgenommen.
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Tea Koss
Reutlingen. „Spenden werden sich immer lohnen“, war sich Listhof-Vorsitzender Roland Würth sicher, „weil die Kinder der Stadt Reutlingen hier etwas mitnehmen fürs Leben!“ Lange Jahre hatte man überlegt, wie man in die Bürgerstiftung eintreten könne. Mit 25 000 Euro, finanziert aus Mitgliedschaften, Sponsorengeldern und Erlösen aus Projekten, ist dies nun gelungen.
Der Reutlinger Listhof feierte am Samstag sein Generationenfest
Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gratulierte persönlich. „Vor zwanzig Jahren waren hier noch tiefe Furchen der Panzer!“, sagte sie. Nun sei man Teil des von der Unesco anerkannten Biosphärengebiets. Der Listhof habe sich zum Kompetenzzentrum für Umweltbildung, erneuerbare Energie und Biodiversität entwickelt und sich damit den wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts verschrieben.
Der Erfolg des Umweltzentrums, das regelmäßig Kindergärten und Schulen zu Gast hat, lässt sich leicht in Zahlen fassen: Allein im letzten Jahr wurden rund 10 000 Besucher bei 460 Veranstaltungen begrüßt. Ergänzt wird das Angebot durch Fortbildungen, Vorträge und Exkursionen für Erwachsene und Programme für Familien. „Die Aufnahme als Unterstiftung zeigt, dass der Listhof anerkannt und akzeptiert ist und für würdig erachtet, zu kleppern und mitzusammeln“, lobte Bosch beim offiziellen Gründungsakt.
Auch die Vorstände der Bürgerstiftung, Karl-Heinz Walter, Ursula Wendler und Hans Hammann, freuten sich über den Neuzugang: Neben den bereits vorhandenen Stiftungszwecken könnten sich Bürger/innen und Sponsoren nun auch für Landschaftsschutz, Natur und Bildung engagieren. „Es gibt viele Gönner in dieser Stadt“, sagte Hans Hammann. „Diese Menschen brauchen wir, um die Anforderungen und Erwartungen an die Stiftung erfüllen zu können.“
Ach, Du liebe Ziege! Streichelzoo beim Generationenfest auf dem Listhof. Bild: Haas
Dann wurde an 35 Ständen gefeiert. Die beliebtesten Plätze waren die, die kühle Erfrischung boten. Peter Lemesch vom TSG Reutlingen gehörte an diesem Tag zu den beschäftigteren Menschen. Er betreute die Floßfahrten. Gemächlich ging es auf dem wackligen Gefährt über den Teich. „Dass da große Karpfen drin sind, sagen wir lieber nicht!“ Begehrt war auch alles, was unter einem Zeltdach oder Sonnenschirm stattfand. Melanie, Marc und Irene standen für das „Haus der kleinen Forscher“ mit vielen Mitmach-Experimenten bereit. Hier lernte man, wie man Wasser reinigt und wie ein Stromkreis funktioniert.
Ein paar Meter weiter versuchte sich Eva Macdonald vom Frauenhaus an eher kurzlebigen Seifenblasen: „Ich glaube, selbst dafür ist es zu heiß!“ Die Vereinsfrauen unterhielten mit Spielen von früher und heute. „Das Sackhüpfen haben wir abgesagt.“ Daneben ging es natürlich auch immer um Informationen für Erwachsene. Dringendstes Problem des Frauenhauses: „Wir brauchen günstige, zentrumsnahe Räume für unsere Beratungsstelle“, so Vorstandsfrau Irene Köpf. Petra Lever, Mitarbeiterin der Kulturwerkstatt, hat dagegen noch eine Idee für die Sommerferien: „Wir haben noch ein paar Plätze für Mädchen im Medienspektakel frei!“ Wer zwischen sieben und 13 ist, einen Videofilm drehen oder Musik und Zeichentrickfilme am Computer machen möchte, kann sich anmelden.
Dienstleister des Jahres 2010
Um Kinder und Jugendliche kümmern sich auch der Verein gegen sexuelle Gewalt und Wirbelwind mit einem neuen Gruppenangebot für Mädchen und junge Frauen zur Bewältigung sexueller Gewalterfahrungen und einer Selbsthilfegruppe für Frauen. „Wir haben fast jeden Tag einen Anruf“, berichtet Lydia Klix. Allerdings seien die Fälle in der Regel verjährt: „Wir kämpfen für eine Verlängerung!“
Für Angehörige pflegebedürftiger Menschen gibt es gute Neuigkeiten. Mit ihrem neuen Modell der „Tagestöchter“ hat Krankenschwester Birgit Greineck ein deutschlandweit einzigartiges Modell geschaffen und damit gerade den 1. Platz des Wettbewerbs „Dienstleister des Jahres 2010“ gewonnen. Orientiert am Konzept der Tagesmütter, können Angehörige ihre Eltern tagsüber zu den Tagestöchtern bringen. Rund dreißig davon gibt es bereits in Reutlingen und Umgebung, alle mit Pflegeerfahrung.
Präventionsarbeit leisten Thomas Steigenberger und Stephanie Reutter. Für die Verkehrswacht sind die Polizistin und der Polizist am Samstag ehrenamtlich dabei. Ihre Aufklärungsarbeit findet viel Interesse. Im Vordergrund stehen für die Mitarbeiter der Verkehrsprävention am Samstag Fahrradhelme und Kindersitze. Bei Radlerunfällen, sagt Steigenberger, verletzen sich 85 von 100 Verunglückten am Kopf. Da geht es beim Wasserbomben-Stand ungefährlicher zu. Und nass ist es endlich auch wieder.