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Straßen-Umbenennung

Erzberger statt Hindenburg?

Geht es nach der Grünen-Fraktion im Reutlinger Gemeinderat, sollte die Hindenburgstraße in Matthias-Erzberger-Straße umbenannt werden. Ein entsprechenden Antrag hat Fraktionssprecher Rainer Buck gestern an Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gerichtet.

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Reutlingen. Erzberger habe in Abstimmung mit den Spitzen der Reichswehr und dem späteren Reichspräsident Paul von Hindenburg 1918 im Wald von Compiègne das Waffenstillstandsabkommen mit den Alliierten unterzeichnet, woraus dann deutschnationale und nationalistische Kräfte die „Dolchstoßlegende“ erdichtet haben, heißt es in der Begründung des Antrags.

Die rechte Presse habe ihn zum bestgehassten Politiker stilisiert. Als Mitglied der konservativ-christlichen Zentrums-Partei war Erzberger ein entschiedener Verteidiger der Weimarer Demokratie und Architekt der heute noch gültigen gesetzlichen Grundlagen zur gerechteren Besteuerung. Hinter seinem Namen, so Buck weiter, versteckten sich die Militärs und schoben unter anderem ihm die Schuld an der Kapitulation zu.

Zwei ehemalige Marineoffiziere und Mitglieder der „Organisation Konsul“ ermordeten Erzberger am 26. August 1921 an der heutigen B 28 bei Bad Griesbach im Schwarzwald. Reichspräsident Hindenburg amnestierte in der Nazizeit beide Täter. 1948 wurden sie erneut inhaftiert, aber bereits 1952 wieder auf freien Fuß gesetzt.

08.02.2012 - 08:30 Uhr

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