Wannweiler Dorffest: Auch Oldtimerfreunde kamen auf ihre Kosten
Am Wochenende wurde in Wannweil das 16. Dorffest gefeiert. Ein gutes Dutzend Vereine lud an ihren Ständen in der Dorfstraße zum Verweilen ein. Alte Karossen waren beim gestrigen Oldtimertreffen die Attraktion.
Wannweil. Weil zur ursprünglich angesetzten Eröffnung am Samstag wegen des WM-Spiels Deutschland-Argentinien wohl keiner gekommen wäre, disponierten Gemeindeverwaltung und Musikverein kurzerhand um: Das Festzelt wurde zur Public Viewing-Zone erklärt und der Start des Dorffests auf exakt eine Viertelstunde nach Spielende terminiert. „Da ging der Bär ab“, freute sich Hauptamtsleiter Volker Steinmeier. Nun sei man am überlegen, zum Halbfinal-Spiel am Mittwoch eventuelle ebenfalls ein Public Viewing anzubieten.
Auf den traditionellen Fassanstich wurde in Wannweil heuer zum zweiten Mal verzichtet. Aus Gründen des Jugendschutzes, wie Steinmeier betont. Stattdessen gab Bürgermeisterin Anette Rösch gleich nach dem Abpfiff des WM-Spiels den Startschuss für einen Luftballon-Wettbewerb: 400 der heliumgefüllten bunten Dinger flogen gen Himmel. Als „ Zeichen für die Kinder, für Versöhnung und Frieden“, so Steinmeier.
Sogar eine „Tin LIzzy“ aus dem Jahr 1926 fand am Sonntag den Weg zum 5. Wannweiler Oldtimertreffen. Bild: Haas
Und als „Zeichen für die Jugendlichen gegen Alkohol.“ Letzteres wäre wetterbedingt nicht einmal unbedingt nötig gewesen. Bei über 30 Grad waren an den Ständen der fast 20 teilnehmenden Vereine vor allem Cola und Orangensaft gefragt. „Man hat schon gemerkt, dass in einzelnen Vereinszelten etwas weniger los war. Und am Unterhaltungsprogramm kann das nicht gelegen haben.“ Auch gegen das Unwetter in der Nacht zum Sonntag hatten sich die meisten Vereine der hochwassererprobten Gemeinde gut abgesichert. Deswegen waren auch nur an zwei Festzelten Sturmschäden zu vermelden.
Schäden ganz anderer Natur rief allerdings der jugendliche Übermut in derselben Nacht hervor. In den frühen Morgenstunden stiegen einige Jugendliche im Feuerwehr-Zelt ein und stillten ihren Hunger mit gegrillten Würstchen. Den im Kühlschrank gelagerten Wurstsalat verschmähten sie allerdings – und verteilten denselben grossflächig auf dem Boden. Ein Verlust, der am Sonntag angesichts des reichhaltigen kulinarischen Angebots von Pommes über Kuchen bis hin zu Scampis nicht weiter ins Gewicht fiel.
Zur gestrigen Oldtimertreffen rollten etwas weniger „Oldies“ an als angekündigt, dafür aber vom Dieselroß-Schlepper bis hin zum Goggomobil Fahrzeuge aller Kategorien. Auch der Besitzer des abgebildeten Ford T, Baujahr 1926, ließ sich vom unbeständigen Wetter nicht abschrecken. Sein Gefährt, umgangssprachlich auch „Tin Lizzy“ genannt, war übrigens bis zum Verkaufsstart des VW Käfers das meistgehandelte Auto weltweit.