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Nah an der Nachbargemeinde

Wannweil baut ein neues Feuerwehrhaus

Der neue Standort soll Kooperationen mit der Kirchentellinsfurter Wehr begünstigen, hieß es im Gemeinderat.

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Matthias Reichert

Wannweil. Das 1964 gebaute Feuerwehrhaus in der Jahnstraße ist sanierungsbedürftig. Bei den Beton-Fertigteilen „kann man teils schon die Hände durchstecken“, sagte Bürgermeisterin Anette Rösch am Donnerstag im Gemeinderat. Sanierungs-Probleme mache auch das Eternit-Dach, das Wind- und Schneelasten wohl nicht mehr wie vorgeschrieben trage. Erschwerend kommt hinzu, dass es in der Jahnstraße keine Extra-Zufahrt für Feuerwehrleute gibt, die zu ihrem Einsatz mit dem Privat-Auto angefahren kommen. So teilen sich Feuerwehrautos und Privatfahrzeuge dieselbe Auffahrt – was laut Rösch heute nicht mehr zulässig ist.

Eine Sanierung würde nach Schätzung von Ortsbaumeisterin Dorothea Mergenthaler zwei bis zweieinhalb Millionen Euro kosten, ein Neubau zwischen 2,6 und 2,9 Millionen. In beiden Fällen könnte die Gemeinde mit über 210 000 Euro Zuschüssen rechnen.

Bei einem Neubau könnte indes der bisherige Standort, der ohnehin im Wohngebiet liegt, für Wohnbebauung aufgelöst werden – was der Gemeindekasse eine halbe bis dreiviertel Million Euro Erlöse aus dem Verkauf von sieben oder acht Bauplätzen für Ein- bis Zweifamilienhäuser bringe.

Weil die Verwaltung mittlerweile ein Ersatz-Grundstück in der Robert-Bosch-Straße gekauft hat, schlug Rösch die Verlegung und einen Neubau des Feuerwehrhauses vor. Der neue Standort liegt im Mischgebiet in Richtung Kirchentellinsfurt am Waldrand, ganz in der Nähe von Rotem Kreuz und Bauhof.

Die Gemeinderäte regten verstärkte Feuerwehr-Kooperationen mit dem Nachbarort an. Ein gemeinsames Gebäude hält die Bürgermeisterin aber für ausgeschlossen: „Da sind die Strukturen und Krisenpläne zwischen den Landkreisen zu unterschiedlich“, sagte Rösch. Otward Uwe Komanschek (ALW) konterte: „Kreisgrenzen können nicht die letzte Instanz sein, wo es darum geht, enorme Kosten einzusparen.“

Auch Erich Herrmann (CDU fand: „Das neue Feuerwehrhaus liegt 500 Meter Luftlinie vom Kirchentellinsfurter entfernt. Wir haben dann die größte Feuerwehrdichte im ganzen Kreis. Das kann nicht die Zukunft sein.“

Der Gemeinderat fasste den Grundsatzbeschluss für einen Neubau einstimmig. „Die Feuerwehr braucht ein neues Haus“, so Herrmann. „Über den Umfang muss man noch ausführlich diskutieren“, unterstrich Manfred Wolfer (FWV). Die Bürgermeisterin pflichtete bei: „Es gibt noch viele Bretter zu bohren.“ Ein besonders dickes Brett hat der Gemeinderat schon durch: Er segnete einstimmig die Feuerwehr-Bedarfsplanung bis 2015 ab, auf die sich Feuerwehrleute, Verwaltung und Fraktionschefs in zeitaufwändigen Sitzungen verständigt haben. Kommandant Andreas Aichele lobte im Gemeinderat die Annäherung: „Wir haben gegenseitiges Verständnis füreinander gewonnen.“

28.05.2011 - 08:30 Uhr

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