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Lofts in der Fabrikhalle

Holy plant Wohnungen, Gewerbe und Handel

Es ist das größte Wannweiler Bauprojekt seit Jahren. Die Metzinger Holy AG will auf dem Gelände der Alten Spinnerei Wohnungen, Gewerbe und Handel ansiedeln.

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Matthias Reichert

Wannweil. In nicht-öffentlicher Sitzung hat der Metzinger Konzern seine Pläne dem Gemeinderat schon vorgestellt. 52 Wohneinheiten plant die Holy AG, der die Industriebrache gehört, nach unseren Informationen auf dem alten Fabrikgelände. Entstehen sollen Einfamilien- und Doppelhäuser, auch zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen.

Holy verspricht, möglichst viel vom historischen Bestand der Alten Spinnerei zu erhalten. Bild: ... Holy verspricht, möglichst viel vom historischen Bestand der Alten Spinnerei zu erhalten. Bild: Haas

Erhalten bleiben soll möglichst viel vom historischen Bestand. Auch die große Fabrikhalle mit 8000 Quadratmetern Fläche. Sie steht seit einigen Jahren leer, zuletzt war hier ein Lager von Hugo Boss untergebracht. Jetzt sollen hier Lofts entstehen, möglicherweise über einem Innenhof. In den Lofts soll sich dann „nicht störendes“ Gewerbe ansiedeln, beispielsweise Architekten, Ingenieure und Grafiker.

Erhalten bleiben sollen auch die 13 Ateliers auf dem Gelände, in denen sich eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern angesiedelt haben. Allerdings wird das Gebäude, in dem die Ateliers untergebracht sind, voraussichtlich saniert werden. Im Gespräch ist auch Gastronomie bei den Ateliers.

Ebenfalls beibehalten will Holy das Biotop an der Echaz, das als Ausgleichsfläche angelegt ist. Ein „Bonbon“ für die Anwohner: Auf der Wiese an der Einfahrt zur Spinnerei soll ein Lebensmittelmarkt in einen Neubau einziehen, erste Vorgespräche mit Interessenten wurden dem Vernehmen nach bereits geführt.

Der Wannweiler Gemeinderat wird wohl erst im April über das Bauvorhaben diskutieren. Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt, einen Bebauungsplan über das Gelände zu legen. Näheres wollen die Beteiligten rechtzeitig zur öffentlichen Debatte mitteilen.

Bürgermeisterin Anette Rösch hatte der Alten Spinnerei schon 2009 bei der Einsetzung in ihre dritte Amtszeit das größte Wachstumspotenzial der Gemeinde bescheinigt. Bei den Haushaltsberatungen vorige Woche signalisierten nun mehrere Gemeinderäte Zustimmung für das Bauprojekt. Die neue Nutzung sei „eine Aufwertung und Bereicherung des Ortsbildes und des Wohnwertes der Gemeinde“, sagte etwa Manfred Wolfer (FWV).

ALW-Frau Gerlinde Münch kündigte an, das Projekt „ökologisch und ressourcensparend umzusetzen“. Auch CDU-Sprecher Erich Herrmann gab sich umweltbewusst und versprach, Klimaschutz und Energieverbrauch würden bei der Sanierung der Alten Spinnerei „ein wichtiges Thema werden“.

1868 gegründet, wurde die Textilfirma 1987 stillgelegt
1868 wurde die Spinnerei von den Fabrikanten Hartmann und Seemann gebaut. 1904 wurde die Firma Hartmann aufgelöst und die „Spinnerei & Weberei Wannweil GmbH“ neu gegründet. 1924 übernahm Richard Burkhardt aus Reutlingen den Betrieb. 1934 wurde Karl Conzelmann aus Tailfingen Miteigentümer. 1964 alleiniger Besitzer. 1987 erfolgte die Stilllegung des Betriebs. Ein Jahr später kaufte die Holy AG das gesamte Areal. Seit 1998 nutzte Boss die Haupthalle als Lager, das Mietverhältnis dauerte bis 2006 an. Die übrigen Immobilien sind bis heute weitgehend als Lagerflächen vermietet. 1999 mietete sich das erste von heute 13 Künstlerateliers auf dem Gelände ein.


20.03.2012 - 08:30 Uhr

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