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Das alte Feuer ist erwacht

Schönbuchfeuer und Munga Pfupf beim Christkendlesmarkt

Es war ein Wetter wie im April. Doch die Stimmung beim 11. Walddorfer Christkendlesmarkt auf der Promeniermeile zwischen dem Heim der Spielleute und den Scheunen beim CVJM-Garten war weihnachtlich.

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Fred Keicher

Walddorf. Der Blick von da oben geht auf ein herrliches Albpanorama. Am Sonntag auch auf manche heranrollenden Regen- und Graupelschauer. Gabriele Armbruster, eine der Organisatorinnen von der Frauenliste, hatte sich gegen die Wetterunbilden mit einem sehr schicken Hut gewappnet. Und Alexandra Geiger, sie spielt beim Musikverein Tuba, hat sich eine Nikolauswollmütze über den Kopf gezogen und trägt Handschuhe, die nur die Fingerspitzen freigeben. Die Kapelle marschiert Weihnachtslieder spielend zwischen den beiden Polen des Marktes hin und her.

Die Eselin Suleika war zumindest für Kinder der Star auf dem Walddorfer Weihnachtsmarkt. Nur einen ... Die Eselin Suleika war zumindest für Kinder der Star auf dem Walddorfer Weihnachtsmarkt. Nur einen Ochsen hatte sie nicht an ihrer Seite. Der hütet im Stall in Bethlehem das Christkind. Bild: Haas

Beim Spielleute-Heim ist einer der Schwerpunkte des Markttreibens. Hier gibt es Wärmendes aller Art. Kinderpunsch, Glühwein, Schönbuchfeuer (im Glas) und Munga Pfupf (Obstler mit Sahne). Herta Veits reichhaltiges Gebäckangebot kennt den Unterschied zwischen Spitzbuben und Spitzbüble. Ihre Springerle sind schon mittags fast ausverkauft. Gleich daneben bietet der Drechsler Markus Günter aus Plattenhardt die schönsten Wellhölzer an. Er macht traditionelle mit Griffen und mediterrane. Solide Schmuckstücke.

Der Star des Tages heißt Suleika, und ist eine Eselin. Johannes, zweieinhalb Jahre, ist vor lauter Eifer beim Füttern erstmal in eine große Pfütze gefallen und lässt sich von seinen Eltern nur notdürftig wieder säubern, bevor er der Eselin wieder Heu und Stroh hinhält. Die guckt nur verdutzt, denn gefüttert wurde sie an diesem Tag schon genug.

Zwischen den beiden Feldscheunen am anderen Ende der Christkendlesmarkt-Promenade hat Karlheinz Roth seine Schmiedewerkstatt aufgebaut. Er hat immer ein heißes Getränk zur Hand: Auf seiner Esse neben den glühenden Steinkohlen steht ein Metallbecher mit Tee. Heute verfertigt er kleine Teile, die schnell fertig sind, sein Bruder Andreas assistiert ihm. Aus einem dreifach gefalteten Flacheisenstück, etwa drei Zentimeter breit ist es, soll eine Boxerschnauze werden. Im Hauptberuf ist Rot Schlosser in Pliezhausen. Aber der Urgroßvater war Schmied in Walddorf. „Eines Tages ist das alte Feuer wieder erwacht“, sagt der Urenkel.

Richtig Winter ist es an diesem Tag nur bei der Ausstellung in einer Scheuer. Winterszenen aus Walddorfhäslach sind ausgestellt und sehr solide Schlitten und Skier aus der Zeit, als die alle noch aus solidem Holz gearbeitet waren. Der Bücherflohmarkt der Frauenliste ist am frühen Nachmittag schon aussortiert. Konsalik ist noch zu haben und reichlich Siegfried Lenz. Aber die kennt keiner mehr. Eine Frau kauft sich vier dicke Taschenbuchbände Dan Brown (Sakrileg). Aber da lesen Sie ja ein paar Wochen dran? Na ja, das hängt davon ab, wie lang die Nächte sind, erwidert sie lächelnd.

Den Erlös des Flohmarkts spendet die Frauenliste dem Kindergarten, sagt Gabriele Armbruster. Mit 43 Marktständen war das Angebot auf dem 11. Christkendlesmarkt so groß wie nie. Etwa die Hälfte ist schon von Anfang an dabei, erzählt Armbruster, ebenfalls die Hälfte der Anbieter kommt aus Walddorfhäslach.

18.12.2012 - 08:30 Uhr

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